Geheimnisse

Nach unten

090418

Beitrag 

Geheimnisse




Liebe Leserinnen, lieber Leser

Heute wollen wir wieder einmal Geheimnissen auf den Grund gehen. Wir erkunden verborgene und vergessene Stätten. Wir suchen nicht das verschollene Atlantis, erforschen nicht das Bermudadreieck und erkunden nicht die Osterinseln. Ich nehme euch mit zu besonderen Schauplätzen, die man auch heute noch besichtigen kann. In vielen Orten gibt es außergewöhnliche Plätze, von denen die Einheimischen noch wissen. Oft wird in den Familien dieses Wissen weitergegeben, doch manchmal deckt die Zeit mit einem dicken Schleier alles zu. Lasst uns gemeinsam das Außergewöhnliche erkunden. Wir blicken in eine Straße Münchens, in der einst ein Hexenturm stand. Lasst uns schauen, ob auch wir noch heute den Diabolus hinter dem Isartor entdecken. Eine bunte Auswahl gruseliger Orte, mit denen die Münchner tz am letzten Wochenende ihre Leser hinter dem Ofen hervorlocken wollte. Oder was hat es mit der weißen Frau auf sich, die oft gesehen  wurde? Ich habe im Internet recherchiert, Zeitungsartikel gelesen und das ist dabei herausgekommen.

Aus der tz erfahren wir am 10.03.2018 vom Hexenturm.  Er ist sogar bei Sonnenschein einer der finsteren Orte der Stadt: der Hinterhof der Maximilianstraße auf dem einst ein alter Hexenturm stand – ein Gefängnis für junge Mädchen und Frauen. Eines der letzten Opfer der Hexenprozesse war die 17-jährige Theresia. Kurz vor ihrer Hinrichtung beobachtete die Schildwache, dass eine Fledermaus aus der Todeszelle flog. Mit dem Tier verschwand auch die Kleidung der Verurteilten. Am nächsten Morgen wurde Theresias Ankläger tot aufgefunden. Erdrosselt – mit dem Armesünderhemd seiner einstigen Dienerin.

Dann gibt es in München das Isartor. Darüber erzählt man sich folgende Geschichte. Als der König von Schweden im Mai 1632 das Stadttor durchschritt, soll er den Teufel nach München gebracht haben. Spaziergänger berichteten von nebulösen Gestalten, die ihnen auf ihrem Weg begegnet waren. Noch heute soll der Diabolus an späten Herbstabenden durch die verwinkelten Bögen des Isartors ziehen. Ich muss bei meinen nächsten Besuch darauf achten.

Auch über das Maxtor gibt es eine Geschichte zu berichten. Es war Herbst, als sich feiner Nebel über die Straßen legte. Beschwingt von einem geselligen Abend überquerte ein Mann den Maximiliansplatz. Als er das Maxtor durchschritt, tauchte plötzlich ein außerordentlich dicker Mann neben ihm auf, der ihn bis zu seiner Haustür verfolgte. Als der Münchner nach seinem Schirmständer griff, um sich gegen den Unbekannten zu verteidigen, löste sich der Dicke plötzlich in Luft auf. Binnen mehrerer Wochen häuften sich die Berichte von Passanten, die Ähnliches erlebt hatten. Bis heute.

Auch das Sendlinger Tor hat eine Geschichte. Auf der „Teufelsbrücke“ am Sendlinger Tor sind Tausende Diebe und Kleinkriminelle ausgepeitscht und bestialisch gefoltert worden. Einer aber hatte eine Tat begangen, die so furchtbar war, dass keine körperliche Strafe ausgereicht hätte, um sie zu vergelten. Einer der vornehmsten Bürger Münchens hatte eine Diebesbande in die Stadt gelockt, um sich selbst zu bereichern. Doch das Vorhaben scheiterte. Die Räuber wurden gehängt, der Verräter auf Anweisung des Stadtrates bei lebendigem Leib eingemauert – in den Südturm des Sendlinger Tors. Seine Schmerzensschreie sollen erst nach etlichen Tagen verstummt sein. Manch einer hört sein Stöhnen noch heute.

Eine andere Legende erzählt vom Teufelsstein. Um die kleine Wallfahrtskirche von Grafrath zu zertrümmern, soll der Teufel einst einen riesengroßen Felsbrocken angeschleppt haben. Als ihm eine Frau begegnete und ihm berichtete, dass es noch unendlich weit sei bis Grafrath, verwandelte sich der Teufel in einen Blitz – und verschwand. Zurück blieb lediglich der Teufelsstein – die Kirche war gerettet. Seitdem sollen sich Hexen und Teufel an eben jener Stelle zum Tanze treffen. Ich war selbst schon in der Kirche. Sie ist sehr schön. Gut, dass der Teufel sein Werk nicht vollendet hat.

Habt ihr schon von der Aubinger Lohe gehört? Wo heute leuchtende Lichtflecken über den Waldboden tänzeln, soll einst ein prachtvolles Schloss gestanden haben. Als der Hausherr auf der Jagd in den Lohwäldern erschlagen wurde, verfluchte seine Witwe Wald und Burg. Das herrschaftliche Schloss stürzte daraufhin mit all seinen Schätzen in sich zusammen und versank im Teufelsberg. Die Burgherrin soll der Legende nach seitdem ruhelos als weiße Gestalt durch die Wälder der Aubinger Lohe wandeln.

Das Phänomen der weißen Frau gibt es übrigens in verschiedenen Gegenden Deutschlands.

Der Antenne-Bayern-Reporter Christoph Lemmer berichtet folgendes. 90 Quadratkilometer Wald, einer der größten zusammenhängenden Wälder im gesamten Freistaat ohne eine menschliche Siedlung darin. Durch den Forst führt die Staatsstraße 2080 und verbindet Ebersberg mit Markt Schwaben. Aber wer diese Straße befährt, gerade zur dunklen Jahreszeit, am Abend, der sollte sich vorsehen. Praktisch jeder, der in der Gegend wohnt, in Ebersberg, Kirchseeon, Eglharting oder Grafing, der kennt die Legende von der weißen Frau.

Sie steht manchmal einfach da, am Straßenrand, und zwar an einer kleinen Kapelle, wenn man von Ebersberg in nördliche Richtung fährt, auf der rechten Straßenseite, mitten im Wald. Und dann, so erzählt man es sich, meint die Frau es auch bitter ernst. Autofahrer sollten sich auf eine Überraschung gefasst machen, wenn sie die weiße Frau am Straßenrand sehen. Fahren sie einfach weiter, statt anzuhalten, dann sitzt sie urplötzlich bei euch im Auto. Etliche Unfälle soll es deshalb gegeben haben, sagt die Legende. Polizeilich belegt ist freilich nur einer. Das war 1985. Da fuhr ein Autofahrer gegen die Kapelle, an der die weiße Frau immer wartet. Die Straße führte damals in einer engen Kurve um die Kapelle herum. Das hat man dann geändert. Die Kurve wurde entschärft. Heute geht es annähernd geradeaus an der Kapelle vorbei. Und nennenswerte Vorfälle gab es wohl auch nicht mehr.

Aber gesehen wird sie ab und zu wohl nach wie vor, die weiße Frau im Ebersberger Forst.

Von Renate Zauscher, Odelzhausen erfahren wir auch von einer weißen Frau. Im Schloss Odelzhausen - oder dem, was davon noch übrig ist - spukt es! Es ist noch gar nicht so lange her, da wusste jedes Kind im Ort von der weißen Frau. Lehrer vom alten Schlag, die noch ganz in der Gemeinde verwurzelt waren, erzählten im Heimatkundeunterricht nicht nur von Fakten und Daten, sondern auch von örtlichen Sagen und Legenden und machten mit ihren Schützlingen Ausflüge zu den Schauplätzen dieser Geschichten.

Wer sich heute auf die Suche nach der weißen Frau macht oder nach Menschen, die noch von ihr wissen, hat Schwierigkeiten, der Spukgestalt und der Erinnerung an sie auf die Spur zu kommen. Irma Eser, die 1996 verstorbene Tante des heutigen Schlossgutbesitzers Hans Eser, wusste noch von der weißen Frau und hat dem früheren Kreisheimatpfleger und Sagensammler Alois Angerpointner vor rund einem halben Jahrhundert von ihr erzählt. Das Schlossgespenst soll demnach in zweierlei Gestalt unterwegs sein. Als weiße Frau überbringt sie die gute Nachricht von einer bevorstehenden Geburt im Schloss, als schwarze Frau dagegen kündigt sie einen zu erwartenden Todesfall an. Die erste Begegnung mit ihr soll ein einstiger Schlossgärtner gehabt haben. Als er nachts aus dem Wirtshaus heimkehrte, sah er der Sage nach die schwarze Frau an einem Fenster des Schlosses stehen. Er rief zu ihr hinauf und fragte nach ihrem Begehr, sie aber wandte sich wortlos ab und verschwand. Am nächsten Tag starb die Schlossherrin, so erzählt man es sich jedenfalls.

Bezeugt hat die Geschichte laut Irma Eser eine Odelzhauserin namens Anna Seitz, die vor mehr als einem Jahrhundert gelebt hat, zu einer Zeit also, als das einst prächtige, 1936 abgerissene Barockschloss noch existierte und als der Schlossbesitzer sich noch Bedienstete wie den Schlossgärtner leisten konnte.

Wer heute vor den Resten des Schlosses steht, einem imposanten Turm und daneben die Ruinen ehemaliger Nebengebäude, der kann sich gut vorstellen, dass es hier spukt. Zwar ist der Turm heute schön restaurierter Bestandteil des Schlosshotels von Ursula Kohn, und der weitgehend verfallene Gebäudetrakt daneben hat vor ein paar Jahren ein neues Dach bekommen, um ihn so vor dem endgültigen Verfall zu retten. Gespenster aber könnten, was die Anmutung des Ortes angeht, hier durchaus immer noch umgehen. Die heutigen Bewohner der Gebäude auf dem Areal des Schlossguts lassen sich von solchen Geschichten nicht schrecken. Gertraud Eser, die Mutter von Ursula Kohn und Hans Eser erzählt, dass sie bei ihrer Heirat mit Karl Eser "von Geistern nichts gewusst" und die Sache mit der weißen Frau später, so wie die übrige Familie auch, eher als Jux, als Gaudi betrachtet hat. 1963 hatten die Freunde des Nationaltheaters aus München, Odelzhausen und sein gutes Bier entdeckt und in der Schlossbrauerei den Operator als offiziellen Trunk für die Wiedereröffnung des Nationaltheaters brauen lassen. In dieser Zeit sei im Schlossbräustüberl häufig gefeiert worden, erinnert sich Gertraud Eser, und da sei dann regelmäßig eine langjährige Bedienung, in weiße Laken gehüllt, zur Belustigung der Gäste als weiße Frau erschienen. Ich fahre mehrmals in der Woche am Tage als auch des nachts am Hotel und seinem Turm vorbei und ich sage euch, dass ich die weiße Frau noch nie gesehen habe. Aber das muss nichts heißen, vielleicht hat sie einfach einen anderen Rhythmus als ich.

Aber auch schon früher, zu Zeiten als zwischen 1835 und 1851 das Schloss noch Elisabeth Freifrau von Mettingh gehörte, derselben, die einer anderen Legende zufolge die Ansiedlung von Holzarbeitern im heutigen Sixtnitgern "nicht gern gesehen" und somit den Namen des Ortes geprägt hat, musste die weiße Frau für fragwürdige Zwecke herhalten. Frau von Mettingh nämlich, berichtet Alois Angerpointner, habe sich mit dem Gedanken getragen, das Schloss samt Feldern und Wäldern zu verkaufen. Ein benachbarter Hofbesitzer, der damalige Brembauer, nach anderer Schreibweise "Brenn"- oder auch "Prödenbauer", Anton Bader, soll am günstigen Erwerb von Ackerflächen interessiert gewesen sein und einem schnellen Verkauf auf seine Weise nachgeholfen haben. Mit den Geistergeschichten von der weißen Frau, mit nächtlichem Rumoren im Hof, schlagenden Fensterläden und schließlich sogar einem Schuss ins Schloss hinein, soll er versucht haben, der Freifrau ihren Besitz zu verleiden. Er scheint sein Ziel erreicht zu haben: 1851 veräußerte sie das Gut, zu dem auch die heutigen "Augsburger Wälder" gehörten, an die Paritätische Spitalstiftung der Stadt Augsburg, die Teile davon sehr bald weiterverkauft hat.

Mit Anton Bader aber nahm es nach Überlieferung von Angerpointner und der Dorfchronik von Franz Keiner Jahre später ein böses Ende. Bei der Beerdigung seiner Tochter, die auf der Hochzeitsreise nach Rom an Typhus verstorben war, traf den Bader am offenen Grab der Schlag, wenige Tage später starb er. Schon während seiner Aufbahrung in der Schlosskapelle ging es offenbar nicht mit rechten Dingen zu: Die Menschen nahmen merkwürdige Geräusche und das seltsame Wehen eines unerklärlichen Windes wahr. Manche von ihnen wollten tatsächlich die schwarze Frau gesehen haben.

Auch aus Niedersachsen gibt es Berichte von der weißen Frau. Wenn man auf der L 282 um Mitternacht mit dem PKW unterwegs ist, kann einem die "weiße Frau" erscheinen. Sie steht neben, oder auf der Fahrbahn. In der ersten Version will sie davor warnen, dass man zu schnell oder zu unvorsichtig fährt. In der zweiten Version will sie den Tod des Fahrers herbeiführen.

Hinsichtlich der Entstehung gibt es unterschiedliche Thesen:
Eine Frau hatte mit ihren beiden Kindern eine Autopanne an der blauen Brücke und wartete auf Hilfe, als ein Fremder anhielt, vorgab zu helfen und die drei anschließend umbrachte. Niemand hielt an, um zu helfen - daher will sich der "Geist" rächen.

Eine Frau starb bei einem Autounfall und nun wandert ihr Geist an der "Blauen Brücke" umher.



Laut einer Version läuft das Ganze wie folgt ab:
Das eigene Auto wird plötzlich langsamer und kommt in der Nähe der Blauen Brücke zum Stehen (gegen Mitternacht). Eine weiß gekleidete Frau reicht einem zwei Schlüssel zur Wahl. Wählt man den falschen stirbt man an einem Autounfall.

In einer anderen Version steht der Geist unvermittelt auf/neben der Straße. Fahrer die versuchen auszuweichen, verlieren oft die Kontrolle über das eigene Fahrzeug.

Zeugenberichte
Wie eingangs bereits angedeutet sehen einige nur eine sogenannte "Urban Legend" in der Geschichte. Andere stützen sich auf die zahlreichen Zeugenberichte, derjenigen die der weißen Frau persönlich begegnet sein wollen. In den Foren findet sich beispielsweise ein Bericht, in dem eine Frau schildert, wie sie mit Freunden auf der Fahrt von Lachendorf nach Lachtehausen auf einen Autounfall zugekommen sei. Der verletzte Fahrer hat berichtet, er sei einer Frau auf der Straße ausgewichen. Ein anderer Augenzeuge gab an, er habe die weiße Frau am Straßenrand gesehen und sein Tempo daraufhin drastisch verlangsamt. Nur diesem Umstand sei es zu verdanken gewesen, dass sich seine, schlecht gesicherte Ladung auf dem Dach nicht gelöst habe. Im sei ein schwerer Unfall erspart geblieben. Allen Zeugenberichten ist gemeinsam, dass sie eine weiß gekleidete Frauengestalt an der L 282 beschreiben. Einige Berichte sind formell stark ausgeschmückt.

Ich denke jeder von euch hat schon einmal von einer weißen Frau in seiner Gegend gehört. Was daran Wahrheit, Mythos oder Legende ist, entscheidet jeder für sich. Habt ihr Lust mehr von solchen Mysterien zu lesen, hinterlasst uns eine Nachricht im Gästestüberl.

Herzlichst eure Sabine



Quellen:
Zeitung tz vom 10.03.2018
Antenne-Bayern-Reporter Christoph Lemmer
Celle By S.t.a.l.k.e.r.
wikipedia
avatar
muglsabine2016
Autor
Autor

Anzahl der Beiträge : 262
Punkte : 426
Anmeldedatum : 13.11.16
Alter : 54
Ort : Altomünster

Nach oben Nach unten

Diesen Eintrag verbreiten durch: diggdeliciousredditstumbleuponslashdotyahoogooglelive

Geheimnisse :: Kommentare

Keine Kommentare.

Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten