Karl Valentin ein Münchner Original

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Karl Valentin ein Münchner Original

Beitrag von muglsabine2016 am Do 22 Feb 2018 - 19:46

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
am 09. Februar dieses Jahres jährte sich der Todestag eines großen und nicht unumstrittenen Münchner Künstlers zum siebzigsten Mal. Die Medien berichteten über ihn und beleuchteten einmal mehr sein Leben. Die Rede ist von Karl Valentin, der am 04.06.1882 als Valentin Ludwig Fey in der Entenbachstraße 63; heute Zeppelinstraße 41 im Münchner Vorstadtviertel Au als Sohn eines Tapeziermeisters und Speditionsunternehmers Johann Valentin Fey und seiner Ehefrau Maria Johanna Schatte geboren wird.

Kennt ihr ihn oder seine Werke?
Das erste Mal habe ich von Karl Valentin gehört, als ich in den Neunziger Jahren nach München zog. Da gab es ein Valentin – Karlstadt - Musäum im Isator. Zuerst dachte ich an einen Schreibfehler beim Musäum. Aber es ist kein übliches Museum, sondern eines über Valentin, der manchmal auch mit Falentin unterschrieb. Deshalb ist es eben auch ein Musäum. Ein Brunnendenkmal hat man ihm auf dem Viktualienmarkt gesetzt. Und wenn du dich mit Urmünchnern unterhältst, dann bekommst du auch mal einen Spruch von ihm zu hören. Da gibt es bekannte und weniger bekannte Sprüche und so mancher hat auch heute noch seine Bedeutung:

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“
„Ich habe Bildung nie mit dem Löffel gegessen, sondern nur mit der Messerspitze.“
„Die Zukunft war früher auch besser.“
Besonders mag ich diesen: „Ich freue mich, wenn’s regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet’s auch.
„Gar nicht krank, ist auch nicht gesund.“
„Das Fischen wird von vielen Seiten als grausam empfunden, hauptsächlich vom Fisch selbst.“
Bezeichnend für ihn und seinen Humor auch dieser: „Als ich die Hebamme sah, die mich empfing, war ich sprachlos: Ich habe diese Frau in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.“
Karl Valentin war der Stadt München verfallen. Er liebte sie und wollte nirgendwo anders leben.

Aber wie wurde Valentin so, wie er war?
Weil im Jahr seiner Geburt seine beiden Brüder an Diphterie starben und er nur mit knapper Not dem Tod entging, wuchs er als behütetes Einzelkind auf. Die Schule erlebte er als siebenjährige Zuchthausstrafe.
Mit 15 absolvierte er eine Schreinerlehre.
Sein handwerkliches Geschick kam ihm später in seinen Bühnenjahren zugute, wenn er seine Kulissen selbst baute.
Neben seiner Schreinerlehre nahm er ausserdem Unterricht im Zither Spielen. Und ab 1897 trat er noch während seiner Gesellenjahre als Komiker bei Vereinsveranstaltungen auf.

1902 besuchte er einige Monate die Varietè Schule. Anschließend hatte er ein Engagement im Varietè Zeughaus in Nürnberg. Und dort trat er zum ersten Mal unter seinem Künstlernamen Karl Valentin auf.
Durch den Tod des Vaters wurde seine beginnende Karriere jedoch im selben Jahr noch gestoppt, da er mit seiner Mutter gemeinsam die Spedition übernehmen musste. Nebenher trat er aber weiterhin bei Vereinen auf und baute seinen Musikapparat, das "Lebende Orchestrion" weiter aus.

Mit:„Muatta, de b’halt’n mal! De geb’n ma nimma her!“,beschreibt Alfons Schweiggert in seinem Buch Karl Valentin und die Frauen, die erste Reaktion des damals Siebzehnjährigen, als er dem feschen neuen Dienstmädchen, Gisela Royes, im Hause seiner Eltern zum ersten Mal begegnete.
Die damals Achtzehnjährige war schon mit 12 Jahren Halbwaise und musste deshalb früh in Stellung gehen. Charmeur Karl, der damals schon etliche Liebschaften hatte, gelang es schnell das schüchterne Mädl vom Land für sich zu begeistern.

1905 kam dann auch schon seine erste Tochter Gisela zur Welt.
1906 verkaufte Valentin die Firma "Falk & Fey" sowie das Anwesen in der Entenbachstraße und zog mit seiner Mutter in deren Heimatstadt Zittau, bekam aber dort Probleme, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
1907 reiste er daher unter dem Pseudonym "Charles Fey" mit seinem Musikapparat durch verschiedene Städte, u.a. Leipzig, Bamberg, Halle an der Saale und Berlin. Doch die Tournee war leider ein Misserfolg, woraufhin Karl Valentin fast mittellos nach München zurück kehrte und dort weiter um seinen Lebensunterhalt kämpfen musste.

Der vollständige und illustrierte Artikel zu diesem äusserst interessanten Mann aus Musik, Theater, Film und Literatur kann hier in unserem neuen Forum detailiert nachgelesen werden: (LINK): Karl Valentin, Leben & Schaffen  



Quellenverweise:
* Die tz vom 10. und 11.02.18
* Die Homepage
* Lebenslauf
* Wikipedia
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