58. Münchner Bücherschau

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58. Münchner Bücherschau




Meine Eindrücke von der 58. Bücherschau

Tagelang hatte ich meinem Besuch auf der Münchner Bücherschau am Gasteig entgegengefiebert. Am 02. Dezember ist es endlich soweit. Freitagmittag und ich beende meine Arbeiten im Büro, um dann die vier Stationen mit der S-Bahn zum Rosenheimer Platz zu fahren. Ich verlasse die Station, eine Treppe hoch, einmal rechts, einmal links und schon stehe ich vor dem Gasteig. Plakate locken die Besucher. Auf mehreren Etagen laden Bücher zum Schmökern ein. Zahlreiche Leser hocken auf Stühlen oder stehen an Pulten, aber es herrscht noch kein Gedränge. Ich atme auf, meine Befürchtung durch die Gänge geschoben zu werden, war umsonst.

 Auch in diesem Jahr gibt es viele gute Gründe sich auf die Bücherschau zu freuen. Paul Maar feiert seinen 80. Geburtstag und bringt höchstpersönlich für alle Sams- Fans seinen neuen Band mit. „Das Sams feiert Weihnachten“ und entdeckt dabei Flügelwesen, die angeblich im Himmel wohnen und wundert sich, warum Papa  Taschenbier plötzlich so viele Geheimnisse hat. Das Sams lädt dann Kollegen aus der Welt der Samse ein und dann … Stopp. Mehr wird nicht verraten. Andreas Steinhöfel bringt die Fortsetzung „Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch“ seines Kinderbuchlieblings mit. Im Jugendbuch „Bodyguard – Der Anschlag“ geht es darum einen millionenschweren Oligarchen zu schützen. Dafür hat sich der Autor eigens zum Bodyguard ausbilden lassen. Angie Sage stellt ein neues magisches Abenteuer vor. Weiteren Kinder- und Jugendbuchautorinnen und – autoren kann man auf der Bücherschau begegnen. Außerdem gibt es wieder ein Programm für Schulklassen, Kindergärten und Horte, was mir persönlich sehr gut gefällt. Bei einer Öffnungszeit von 8:00 – 23:00 Uhr und freiem Eintritt ist für jeden was dabei.

Doch heute ist meine Zeit leider begrenzt und deshalb beginne ich mit meinem Lieblingspart - der Kinderliteratur. Mein Weg führt mich vorbei an den wunderbaren Illustrationen Paul Maars zu Lippel, dem kleinen Känguru und dem Sams. Dazu gibt es eine Schmökerecke sowie an jedem Samstag und Sonntag eine Vorlesestunde. Verlage wie Magellan, Beltz & Gehlberg, Arena Verlag, Tulipan, Moritz Verlag,  cbj, dtv und viele andere präsentieren Neuerscheinungen aber auch ihre Klassiker. „Der kleine Drache Kokosnuss“ von Ingo Siegner, „Jim Knopf“ von Michael Ende oder auch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler und das Grüffelo, um nur einige zu nennen, laden die kleinen Besucher zum Träumen und Mitfiebern ein. Alle Bände von Leo Lesemaus sind zu Bestaunen. Ich lese von Kommissar Maus löst jeden Fall – „Die Läuse sind los“, von „Pferdinand – Ein Esel und seine Abenteuer“. Ein Regal weiter zieht mich die „Supergeheime Pfötchen-Gäng“ in ihren Bann. In „Ein echtes Muthörnchen findet immer seinen Weg“, ein Bilderbuch mit Labyrinthen, werden die Kinder animiert, dem Eichhörnchen zu helfen. Neu für mich sind auch „Die Krumpflinge“, das sind kleine und große Monster. Ebenfalls als etwas Besonderes entdecke ich von Anne Funck das Buch „Die Blauen Reiter“, in denen sie Erstlesern die Bilder dieser Gruppe von Malern erklärt.  Nachdem ich eine stattliche Anzahl von Kinderbüchern in den Händen gehalten habe, reiße ich mich schweren Herzens von der Kinderbuchabteilung los. Es gibt noch so viel zu entdecken. Also mache ich mich auf zu neuen Ufern – auch nein – zu neuen Büchern.

Buchtitel wie „Schauriges Ostbayern“ ziehen mich in ihren Bann. Kaum schlage ich das Buch auf, muss ich lesen. Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Ostbayern hat diese Anthologie herausgegeben. Dreizehn schaurige Geschichten laden ein in die Welt übernatürlicher Wesen und unerklärlichen Ereignissen. In Parkanlagen und Villen regt sich Unheimliches. Geister bevölkern Brücken und Tiefgaragen, geheimnisvolle Wesen quälen Studenten, Schäfer und Finanzbeamte und das in ostbayrischen Orten wie Regensburg, Straubing, Cham, Niederallteich, Sulzbach-Rosenberg und in der Landshuter Gegend. Nirgends ist man vor den höllischen Gestalten sicher. Beim Erkunden dieser gruseligen Orte fallen mir sofort die Beiträge von unseren Autorinnen Evelucas und A.C.G. in der Kolumne ein. Nur mit Gewalt kann ich mich von dem Buch losreißen, um dann über „Phantastisches Ostbayern“ zu stolpern. In diesem Buch laden verschiedene Autoren/innen in die Welt des Phantastischen ein. Sie entführen uns zu Elfen und Einhörnern, Schrazen, Schlossgespenstern, Zaubersteinen und Hexenglas. Und das alles geschah oder geschieht gleich ums Eck in den Wäldern und Landschaften Ostbayerns. So schwer es mir fällt, aber ich muss weiter. Doch ich denke mit Bedauern daran, dass man sich hier all die Bücher nur anschauen und nicht kaufen kann. Vermutlich hat das aber auch sein Gutes, denn wäre es anders, hätte ich wohl einen Koffer gebraucht, um all die interessanten Bücher nach Hause zu bringen. Es zieht mich weiter und ich komme in die Welt der Abenteuer. Der Karl May Verlag lädt zum Verweilen ein. Wer kennt nicht die bekanntesten Bücher von Karl May? Seien es seine Indianerromane oder die Abenteuer durch das wilde Kurdistan. Doch es gibt auch viele andere Bücher oder Briefe von Karl May zu entdecken. Man merkt der Auswahl an, dass 2017 ein Jubiläumsjahr ist – 175 Jahre Karl May und kein bisschen leise.

 Mein Handy klingelt und der Anrufer erinnert mich, dass es Zeit ist zu gehen. Auf dem Weg zum Ausgang nehme ich aus den Augenwinkeln ein Regal mit Münchner Autorinnen und Autoren wahr. Und dann ist mein Ausflug auch schon vorbei. Aber eingedeckt mit Prospekten und Notizen werde ich im nächsten Urlaub nach einigen Büchern stöbern und dann zu Ende lesen, was ich im Gasteig begonnen habe. Ich tröste mich damit, dass es auch 2018 eine Münchner Bücherschau geben wird und das nächste Highlight für mich als Kinderbuch-Fan findet vom 03. März bis 11. März 2018 in München statt. Dann lädt die 12. Münchner Bücherschau junior ins Münchner Stadtmuseum ein.

 Wenn euch der kleine Einblick gefallen hat und ihr Lust habt, das Ganze 2018 selbst zu erleben, treffen wir uns vielleicht im nächsten Jahr zur 59. Münchner Bücherschau.

 Herzlichst eure Sabine
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58. Münchner Bücherschau :: Kommentare

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Beitrag am Mo 18 Dez 2017 - 13:12 von A.C.Greeley

Ui, dort ging es hoch her - und wie ich deinem Bericht entnehmen kann, hattest du viiiiiel zu wenig Zeit  Smile Es klingt, als ob es dort wirklich jede Menge zu sehen gibt. Schade, dass man die Bücher nicht gleich vor Ort kaufen kann.

München wäre eigentlich nicht allzu weit weg. Vielleicht geht sich nächstes Jahr ein Ausflug dorthin aus.
Vielen Dank für deinen inspirierenden Bericht! Wie immer, leicht und flockig zu lesen. Laughing
LG,
A. C.

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Beitrag am Mo 18 Dez 2017 - 13:45 von muglsabine2016

Liebe Agnete,
oh das wäre toll, wenn du nächstes Jahr nach München kommen könntest.
Vielen Dank für dein Lob.
L.G. Sabine

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