05 Herbstspaziergang im Schlosspark

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011017

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05 Herbstspaziergang im Schlosspark




Ein inspirierender Spaziergang durch den Nymphenburger Schlosspark


Liebe Leserinnen und Leser,
wer von euch in München lebt oder die Stadt schon einmal besucht hat, hat vielleicht auch einen meiner Lieblingsplätze kennengelernt. Es ist das Schloss Nymphenburg oder genau gesagt, der Schlosspark. Täglich kommen tausende Besucher mit Bussen, Autos oder der Tram hierher. Die Tour beginnt dann meist am Haupteingang des Schlosses.


Der bayerische Kurfürst Ferdinand Maria schenkte seiner Gemahlin Henriette Adelaide anlässlich der Geburt des lang ersehnten Thronfolgers Max Emanuel 1663 die Schwaige Kemnat westlich der Residenzstadt München. Die Kurfürstin schuf sich ihr "borgo delle ninfe", ein Sommerschloss mit kleinem Garten. Um 1679 war das Schloss in seiner ersten Form nahezu fertiggestellt. Ab 1701 ließ Max Emanuel das Schloss vergrößern, den Garten umgestalten und einen Kanal anlegen, der Wasser aus der Würm in den Park führte. Max Emanuel musste jedoch aufgrund seiner Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg 1704 Bayern verlassen. Dadurch wurden zunächst sämtliche Arbeiten unterbrochen.
Während der Regierungszeit des Kurfürsten Max Emanuel (1680 bis 1726) erhielt Schloss Nymphenburg seine heutigen Dimensionen.
Doch mich interessiert heute nicht das Schloss, sondern der Park.
Wollt ihr mich begleiten?



Erst ab 1715 erfolgte der entscheidende Ausbau von Schloss und Garten zur weithin gerühmten Barockanlage. Nach einem Entwurf von Dominique Girard kam es unter Mitwirkung von Joseph Effner zur Vollendung des Nymphenburger Parks. Vor der Westseite des Schlosses entstand ein axial-symmetrisch aufgebauter Garten mit einem aufwendig gestalteten Parterre und beiderseits angrenzenden Heckenräumen mit Einrichtungen zum Zeitvertreib der höfischen Gesellschaft.

An diesem so gestalteten Gartenbereich schloss sich der ausgedehnte waldartige Park an,


der von dem mittelaxialen Kanal beherrscht und von zahlreichen Allee- und Sichtachsen gegliedert wurde. Hier befanden sich in symmetrischer Anordnung auch die pavillonartigen Parkschlösschen Badenburg und Pagodenburg mit ihren regelmäßigen Gartenanlagen, die Madgalenenklause als künstliche Ruine und die 1731-1739 errichtete Amalienburg.
Da mein Spaziergang nur knapp zwei Stunden dauert, beschränke ich mich auf einen kleinen Teil.
Den Park betrete ich gerne durch den Haupteingang, der sich direkt neben dem Hauptschloss befindet. Früher gingen die Reichen vom Schloss über die Haupttreppe in den Garten. Dieser Weg ist den Besuchern heute verwehrt. Gleich hinter dem Schloss begrüßen mich die gepflegten Beete.



Auf Kieswegen gelange ich zu der kleinen Brücke über den Kanal. Im Wasser platschen Karpfen. Kanadische Wildgänse, Enten und Blesshühner schwimmen meist friedlich nebeneinander. Nur selten verirrt sich ein Schwan auf den Kanal. Er und seinesgleichen findet man eher in den Wassern vor dem Hauptschloss und auf den Seen. Zuerst nehme ich den Weg am Kanal entlang. Hier verblassen die Stimmen der Besucher. Jetzt höre ich nur noch die Amseln und Meisen singen. Dazwischen streiten sich zwei Krähen lautstark um eine Eichel. Die Farbenpracht der Blätter zieht mich in ihren Bann. Die Natur spielt mit den Farben, von grün über gelb, orange, rot bis zu ersten Brauntönen.


Die Luft riecht nach Pilzen oder wie man in Bayern sagt nach Schwammerl. Bäume zeigen ihr Gesicht. Ist das überhaupt ein Baum? Sieht eher aus wie ein Baumgeist. Er scheint mir zuzulächeln. Was er wohl gerade denkt?


Durch die Bäume sehe ich was Weißes blitzen.


Dahinter muss sich die Pagodenburg verbergen. Ich verlasse den Hauptweg und gelange über einen der vielen Nebenwege zum kleinen Schlösschen.


Im See spiegeln sich die Bäume und die Blesshühner lassen es sich gut gehen.


Ich schlendere gemütlich an den Wiesen vorbei, auf denen sich die Herbstzeitlosen tummeln.



Bald dringt das Gurgeln von Wasser an mein Ohr und schon erreiche ich die Wasserspiele.


Als ich mich umdrehe, erkenne ich das Schloss in der Ferne.


Nun geht es auf der anderen Seite des Kanals zurück zum Schloss. Seit zwei  Jahren verbreitet ein Gondoliere mit seiner glänzenden Gondel südländisches Flair in München. Er hat heute tüchtig zu tun. So mancher Tourist wünscht sich ein Gondelerlebnis.


Zum Schluss besuche ich meinen Lieblingsbaum.


Wenn man ganz still ist, hört man die Blätter wispern. Sie erzählen von den vielen Liebespaaren, die sich unter dem Blätterdach ewige Liebe schworen.
Entspannt und inspiriert verlasse ich den Schlosspark und in Gedanken verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal.

Haben euch die Zeilen und Bilder gefallen? Dann besucht ihr vielleicht auch einmal mein Lieblingsplätzchen.

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Herzlichst eure Sabine

Quellenlink: Bayrische Schlösserverwaltung
Fotos: privat S. Siebert


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Zuletzt von Evelucas am Di 3 Okt 2017 - 12:41 bearbeitet; insgesamt 16-mal bearbeitet (Grund : Überarbeitet)

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