06 "Nichts Böses-Nur Halloween", Leseprobe

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140217

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06 "Nichts Böses-Nur Halloween", Leseprobe





Agnete C. Greeley
Nichts Böses–Nur Halloween

Der Oktober des Jahres 2003 hatte es in sich. Zuerst einmal kam der Schnee, wohl proportioniert und garantiert direkt aus Alaska. Es war saukalt, und ich war heilfroh, dass ich die schneematschige Stadt samt all der mürrischen Menschen und der muffigen U-Bahn hinter mir gelassen hatte.
Glücklich betrat ich unsere Wohnung, denn ich freute mich bereits auf das Ausräuchern.
Dieses besagte Ritual kennt man womöglich von Weihnachten oder Neujahr, ich allerdings hatte mir vor Jahren schon angewöhnt, es am einunddreißigsten Oktober zu machen. Also in der Nacht zu Allerheiligen. 
Ja, genau, zu Halloween, oder besser gesagt: Samhain. 
Abergläubisch bin ich nicht wirklich, dennoch finde ich den schaurigen Aspekt einfach klasse. Der keltische Mythos, dass in dieser besagten Nacht der Schleier zwischen dem Dies- und dem Jenseits so dünn sei, dass die Geister der Ahnen zurückkehren konnten, um mit den Hinterbliebenen zu kommunizieren, gefiel mir besonders.
Ja, ich gebe es zu - ich stehe auf den gruseligen Kram.
Allerdings besagte ein Gerücht auch, dass die Seelen der im vergangenen Jahr Verstorbenen noch verwirrt auf der Erde herumirren könnten, weil sie den Weg auf die andere Seite noch nicht gefunden hatten und deshalb bei den Menschen Zuflucht suchten.
Dieser pikante Gruselmix regte meine Fantasie dazu an, an diesem Abend zu räuchern und nicht zu Weihnachten oder Neujahr. Außerdem beflügelten mich die herrlichen Kostüme der vielen Kinder, die um Süßigkeiten anstanden noch zusätzlich. Ich hatte sogar einen Spruch, den ich beim Räuchern aufsagte.

Nichts Böses kann zu uns herein.
Nur Gutes darf hier bei uns sein.

Bis zu diesem besagten Tag fand ich den wirklich gelungen und es machte mir Spaß, ihn aufzusagen.
Als ich an diesem Abend zu Bett ging, war ich also ganz zufrieden mit mir und schlief auch rasch ein. Doch irgendwann 
spätnachts schlug ich die Augen auf und da stand meine Mutter mit einem langen Nachthemd bekleidet neben mir.

– Leseprobe Ende –







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