Mein Blog - Nebeltau

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120217

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Mein Blog - Nebeltau




Ich habe da einen Blog - leider bin ich viel zu nachlässig damit, aber jetzt habe ich beschlossen, ihn aus seinem Winterschlaf zu holen (Winterschlaf ist eine tolle Ausrede, gell?)  Rolling Eyes Razz
Neben dem Schreiben bewege ich mich zum Ausgleich ausgesprochen viel im Freien, gehe reiten (Wander- und Westernreiten), laufe ab und zu mal eine kleine Runde, oder walke 'nordisch'. Dann wären da noch die Reisen - also jede Menge Aktivitäten und viel zu wenig Stunden am Tag um alles unter einen Hut zu bringen. Also gibt es einen Blog, in dem ich so gut es geht, über all diese Aktivitäten berichte.
Da ich seit gestern eine supercoole neue Kamera habe (ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk), ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf und ging damit spazieren. Einfach so, um ein wenig zu üben.
Diesmal habe ich mir den Alberner Hafen ausgesucht und einen Bericht dazu verfasst:
Hier gehts zu meinem Blog: Nebeltau

Einen schönen Abend Euch Allen!
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A.C.Greeley
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Mein Blog - Nebeltau :: Kommentare

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Beitrag am Mo 13 Feb 2017 - 12:17 von Evelucas

Die ist aber sehr hübsch rot, also die Kamera *ggg*, und dein mini Bericht ist natürlich auch sehr interessant.
Aber ...
Nein, Blödsinn nix aber Razz , dachte nur das eigentlich nicht der Alberner Hafen "nichts Besonderes" ist, bis man ihn besonders macht. Viel mehr wirkt der Hafen einfach nicht so, bis man plötzlich erfährt, was ihn dann doch besonders macht. Und der Friedhof der Namenlosen bzw. eigentlich zwei solcher Friedhöfe, tragen dazu eine leider sehr dramatisch tragende Rolle dazu bei.

Am ersten Friedhof der Namenlosen fand die erste Beisetzung einer unbekannten Wasserleiche 1840 statt.
Ein Wasserstrudel trieb früher neben Treibgut immer wieder Körper von Ertrunkenen an Land. Die Identifizierung war oft nicht möglich. Auch wurde den Leichen kein reguläres Begräbnis zugestanden, zudem es sich bei ihnen auch oftmals um Menschen handelte, die auf diesem Wege ihrem Leben selbst ein Ende setzten. Stattdessen wurden sie in Meterabständen einfach sang- und klanglos eingegraben. So entstand der erste Friedhof, der aber immer wieder überschwemmt wurde. In jenen Tagen war dieser Friedhof auch nur durch ein Holztor zu betreten, dessen Aufschrift einfach mit "Ruhestätte" gekennzeichnet war. So sah bis 1893 also die letzte Ruhestätte für 200 Opfer des Donaustroms eigentlich aus. 1895 mussten Tor und Umzäunung aber hochwasserbedingt ausgebessert werden.

Viele alte und ebenso beängstigende Legenden und Sagen zu etwaigen rachsüchtigen Donauweibchen (Flussnixen usw.), gewannen daher auch wieder neue Popularität. Nicht zuletzt auch aufgrund der Gebrüder Grimm, deren Märchen zu jener Zeit geradezu den Status "Pflichtlektüre" für Jedermann innehatten.

2012/2013 wurde dieser Teil des Friedhofes gerodet und planiert. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden aber zumindest einige Überreste einstiger Beerdigter geborgen. So auch das Gedenkkreuz, das nun an neuer Stelle an den alten Friedhof erinnern sollte.

Dank dem Bezirksvorsteher Albin Hirsch wurde 1900 auf einem Waldstück hinter dem Hochwasserschutzdamm ein zweiter Friedhof angelegt. Viele Simmeringer Handwerker arbeiteten daran "ehrenamtlich" mit. Dieser Friedhof ist bis heute zugänglich.

1918 musste der Friedhof jedoch bis auf Weiteres stillgelegt werden, da, bedingt durch die Not an Brennstoffen, Holzkreuze sowie ausgegrabene Särge geplündert wurden.

Erst 1939 (ein geschichtsträchtiges Jahr für Österreich), wurden durch die Errichtung des Alberner Hafens und erster Getreidesilos, in diesem Gebiet der Donau auch die Strömungsverhältnisse verändert. Von da an wurden hier kaum noch Ertrunkene angeschwemmt. 
Auf diesem zweiten Friedhof wurden insgesamt 104 Wasserleichen beerdigt, nur 43 konnten identifiziert werden, auf allen anderen Kreuzen steht „unbekannt“. Die letzte Beisetzung fand nach offiziellen Angaben 1940 statt, allerdings ist auch ein Grabkreuz mit der Jahreszahl 1953 zu finden. 
Als Albern 1938 an Wien angegliedert wurde, werden seit 1940 aus der Donau gefischte, unbekannte Tote auf Kosten der Stadt Wien auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben. Ein Teil der Gräber des zweiten Friedhofes der Namenlosen, blieben daher leer.
Auf dem bestehenden Friedhof der Namenlosen wurde dafür jeder Tote in einem Holzsarg begraben, der von einer Tischlerei gespendet wurde. Hier wurde Niemand „einfach so“ verscharrt.
Der frühere ehrenamtliche Totengräber Josef Fuchs (4. März 1906, † 2. April 1996) hat den Friedhof bis zu seinem Tod mit großer Sorgfalt betreut und trug maßgeblich zu dessen Erhaltung bei. Für seine Arbeit wurde er daher mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien geehrt. Seine Nachkommen betreuen den Friedhof ehrenamtlich und ohne öffentliche Unterstützung weiter.

Heute werden infolge der Donauregulierung nur noch sehr selten Leichen angeschwemmt. Der letzte dokumentierte Fall einer Anspülung betraf eine Frauenleiche vom November 2004.

LG. Evelucas

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Beitrag am Di 14 Feb 2017 - 7:11 von A.C.Greeley

Danke für die ausführliche Info zum Friedhof der Namenlosen, liebe Evelucas Cool Laughing
Wir, die wir in der Nähe gewohnt haben, beziehungsweise noch wohnen, wissen natürlich ALLES über diesen Friedhof. Irgendwann, wenn es mich freut, werde ich einen Beitrag in meine Gruselorte-Kolumne stellen.

Hier wollte ich eben nur mal meinen Blog vorstellen, und was ich noch so alles tue! Razz
In meinem Blog finden sich auch ein paar Geschichten und jede Menge Reiseberichte ... also wer Lust und Laune hat, hier nochmal:

Nebeltau

Wer sich nun genauer für den Friedhof interessiert, kann auch hier nachlesen:

Wiki-Friedhof

und hier:

Friedhof Der Namenlosen

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Beitrag am Di 28 Feb 2017 - 20:56 von muglsabine2016

Hallo ihr Lieben,

ich bin immer wieder fasziniert, welche seltsamen Orte ihr uns nahebringt. Ich gestehe, beim Lesen sind mir sofort einige mögliche Geschichten -von Horror über Krimi bis Mittelaltertragik durch den Kopf geschossen. Ich hoffe, ich kann hier noch einiges von euch lesen.
Ich wünsche euch einen schönen Abend.
Ganz liebe Grüße
Sabine

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