Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

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Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von Evelucas am Mo 14 Nov 2016 - 23:39

Jan sah auf seine Uhr. „Einundzwanzig“, flüsterten die Zeiger ihm zu und er wusste, wenn er jetzt nicht ging, könnte es zu Hause recht ungemütlich werden. Sein Vater mochte es gar nicht, wenn er abends länger draußen blieb. Doch er rührte sich nicht vom Fleck. 
Der Zwölfjährige saß an seinem Lieblingsplatz, einem Versteck in der großen Bucht, in der die Frachtschiffe von Norden kommend hielten, um Waren von hier weg mit dem Zug in den Süden weiter zu transportieren. Dieses verborgene Plätzchen hatte er hinter zwei großen Containern, die nie bewegt wurden und in einem rechten Winkel zueinander standen, für sich entdeckt.
Ein schmaler Spalt zwischen ihnen erlaubte ihm sogar einen freien Blick aufs Meer und den garstigen kalten Wind zu dieser Jahreszeit, hielten die blauen Riesen auch noch ab. 
Nichtsdestotrotz hielt eine dunkelgraue Bommelmütze seine Ohren noch zusätzlich warm, so wie ein paar dicke Handschuhe seine Finger und eine gut gefütterte Winterjacke seinen Oberkörper. 
Ausserdem steckten seine Füße in dicken Wollsocken und robusten, braunen Stiefeln. Letztere hatte ihm sein Vater erst letztes Jahr von seinem schmalen Gehalt gekauft. 
Während Jan so dasaß schickte er mit jedem Atemzug ein paar Dunstwölkchen in die sternenklare Winternacht hinaus. 
Abend für Abend kehrte er über den gesamten Dezembermonat immer wieder hierher zurück, so wie er das auch letztes Jahr schon getan hatte. Letztes Jahr wartete er aber vergebens. Dieses Jahr spürte er jedoch regelrecht, dass es anders ausgehen würde. Und so saß er nun schon den fünften Abend in Folge hier, obschon er dadurch weiterhin großen Ärger mit seinem Vater heraufbeschwor.
Eigentlich war sein Vater ein liebenswerter Mensch. Auch war ihm völlig klar, warum Jan das immer wieder machte, doch er sorgte sich einfach um seinen Jungen. Jan konnte das auch verstehen – blieb aber trotzdem weg.
Fasziniert blickte der Junge wieder in den sternenklaren Himmel. Die letzten paar Nächte hatten sich ihm nicht so ungetrübt präsentiert. Heute war es ganz anders und diese Tatsache ließ sein Herz schneller schlagen, da er darin ein vielversprechendes Zeichen zu sehen glaubte. 
Kurz darauf beobachtete er zwei Schiffe, große Frachter, die in den Hafen einfuhren. 
Dann tauchten mehrere warm eingepackte Männer am Kai auf. Ein riesiger Kran rollte schwerfällig heran, Seeleute  liefen geschäftig umher, füllten Papiere aus und bereiteten alles vor, um die Container komplikationslos zu verladen. 
„Anita“ stand in imposant leuchtenden, weißen Lettern auf dem vorderen Schiff. Dahinter lugte die etwas keinere „St. Emmerslein“ gerade mal so hervor. Ein Schiff, das Jan schon öfter hier gesehen hatte und von dem er inzwischen wusste, dass es aus Dänemark kommend, regelmäßig in diesem Hafen einkehrte. 
Sonst passierte gerade nichts Aussergewöhnliches. Die Position der Zeiger auf Jans Uhr ermahnten ihn allerdings erneut, dass es für ihn an der Zeit war, endlich nach Hause zu gehen, er blieb dennoch sitzen.
Sein Vater behauptete oft von ihm, er sei zum Fischen geboren. Sonst unruhig wie ein kleiner Floh, am Wasser jedoch stundenlang in nur einer Position verharrend. 
Das allerdings, worauf Jan Tag ein, Tag aus hier stur weiter hoffte, würde erst zu noch späterer Stunde passieren, dann, wenn selbst die letzten Hafenarbeiter von hier verschwunden waren. Und so verharrte der Junge weiterhin still, dort in seinem kleinem Versteck.
In Gedanken sah er seinen Vater vor sich, der Zuhause bestimmt schon ruhelos umherstapfte. Nervös von einem Raum in den nächsten wechselte und wieder zurück, bis er abermals jeden Quadratmeter des bescheidenen Heims abgegangen war. Jedoch wissend, dass er die Polizei nicht verständigen musste. Denn Jan kam immer nach Hause. 
Dennoch würde er die alten Vorhänge am Fenster beiseite schieben, die Mama einst dort aufgehängt hatte und abermals ungeduldig in die Dunkelheit hinaus starren.
Vor Jahren, bevor die Mutter so schwer erkrankte, verbrachten sie den Dezember ganz anders. Damals saßen sie an den Adventabenden zusammen, lasen sich Geschichten vor und aßen gemeinsam, wenn Papa nach einem anstrengendem Arbeitstag nach Hause kam. 
Heute aber war Jan nach der Schule oft alleine Zuhause. 
Als Jans Mutter schwer erkrankte, musste sein Vater sie Zuhause pflegen, dadurch verlor er seine alte Arbeitsstelle. Nach ihrem Tod fand er nur eine schlecht bezahlte Arbeit als Hausmeister in einem großen Wohnhaus.
Weder Jans Großeltern väterlicher- noch mütterlicherseits lebten in der Nähe, um bei ihnen etwas aushelfen zu können, doch der Hausmeisterlohn allein reichte eben nicht aus um sie beide durchzubringen. Daher musste sein Vater am Wochenende zusätzlich in der Küche eines Altenheims arbeiten und auch noch einige Gärten in der Nachbarschaft betreuen.
Jan wusste von all den Sorgen seines Vaters, davon, dass die Arbeit zu schlecht bezahlt wurde, dass er sich Vorwürfe machte, weil er ihn zu oft alleine ließ und dass er Mama vermisste. Und da, irgendwann letztes Jahr, kam ihm dann DIE Idee, wie alles anders werden könnte. 
Nur deshalb saß er jetzt hier und wartete in der Kälte, während er auf das weite Meer hinaus blickte. 
Allmählich leerte sich der Kai von all den Menschen die Tag ein Tag aus hier fleißig arbeiteten.
Das waren die letzten Schiffe gewesen, die heute hier anlegten. Und inzwischen war auch die Besatzung dieser von Bord gegangen.
Es wurde ganz still. So still, dass Jan sogar das leise Ticken seiner Armbanduhr hören konnte.
Das bestärkte ihn in seiner Hoffnung, dass es sich heute wirklich gelohnt haben könnte, hier zu warten. 
Der Wind drehte, kam jetzt direkt vom Meer herein, brachte einen kalten Hauch mit sich, und trug noch ganz andere Gerüche in den Hafen, als nur den salzigen Meeresduft.
Jetzt würde es bald soweit sein, dass spürte er einfach tief in seinem Inneren und starrte zunehmend aufgeregt hinaus. 
Sogar die Sterne schienen jetzt noch viel lebhafter, viel heller zu funkeln. Und dann, endlich, dort am Horizont, eine Bewegung. 
Langsam aber ganz deutlich wurde ein Mast sichtbar, dann ein großes weißes Segel und gleich daneben, auf selber Höhe, zwei weitere etwas Kleinere.
Das Schiff fuhr direkt auf Jan zu und hielt schließlich nur wenige Meter von der Küste entfernt. 
Jans Herz schlug ihm bis zum Hals, so laut, dass es selbst das Ticken seiner Armbanduhr übertönte.
Fast wäre ihm dadurch sogar entgangen, wie dieses Ticken stetig langsamer wurde, bis die Zeit vollends stehen blieb.
Da nun wusste der Junge, höchste Zeit um genau jetzt loszusprinten, direkt auf das große Schiff zu. 
Und schon rannte und rannte er, so schnell ihn seine Beine trugen, bis er nah genug dran war, um auch den Steuermann erspähen zu können. 
Und ja, endlich. Da stand er tatsächlich, der, auf den er Tag ein und aus so hartnäckig gewartet hatte. Leibhaftig und echt in seinem Bischofskleid, den Stab neben sich liegend, die Mitra auf dem Kopf und winkte Jan lächelnd zu.
Schon sprangen zwei weitere Männer aus dem Boot, wateten schnellen Schrittes durch das knöcheltiefe Wasser, hoben den Jungen hoch, brachten ihn zum Hauptschiff, hievten ihn an Bord und setzen ihn dann sogar direkt vor dem Steuermann mit dem langen weißen Bart ab. 
Jan hatte keine Angst,  denn hiervon hatte er lange geträumt und wusste, dass alle hier gut auf ihn aufpassen würden. 
Schließlich verbeugte er sich sogar artig. 
„Willkommen, kleiner Jan", begrüßte ihn der hohe Ordensherr freundlich und brummig in einem. "Wie ich sehe, hast du auf mich gewartet?“
Jan nickte eifrig, mit strahlenden Augen.
„Ja Herr, jeden Tag!“
Ein mildes Lächeln zeigte sich auf dem alten Gesicht.
„Na, dann segeln wir mal wieder los.“
Von hier weg begannen für Jan nun die schönsten Stunden seines Lebens. Sie segelten weit hinaus aufs Meer und während der Bischof steuerte, erklärte er Jan die Sterne. Er zeigte ihm Sternbilder, die bekannt waren, und viele, von denen er noch nie gehört hatte. Nach einiger Zeit fragte Jan schließlich das, was ihm seit dem Tod seiner Mutter schon die ganze Zeit auf der Seele brannte. 
„Hast du meine Mutter getroffen?“ 
Da lächelte ihn der weise Herr wieder an und nickte. 
„Ich soll dir sagen, wie sehr sie dich liebt“. 
Jan freute sich, und dann, ganz schüchtern, erwiderte er: „Bitte sag ihr, dass Papi und ich sie ganz furchtbar doll vermissen, ja? Sie fehlt uns sosehr, und wir hoffen, dass es ihr gut geht, da wo sie jetzt ist.“ 
„Das werde ich gerne tun. Und wie ist es bei euch, geht es dir und deinem Papi denn auch gut?“ 
„Ja schon irgendwie, es geht so, aber mein Papi macht sich immer so schrecklich viele Sorgen. Um mich und um Geld und dann wieder um mich.“ 
„Bist du denn nicht artig?“, wollte der Bischof da wissen. 
„Bestimmt bin ich manchmal nicht ganz artig, aber ich versuche schon, ihm keine extra Sorgen zu machen. Er meint immer, ich wäre zu viel alleine.“
„Und glaubst du das auch?“ 
„Nur manchmal“, gab Jan zu. Der alte Steuermann nickte.
Die Beiden segelten noch eine Weile durch die Nacht, bis sie an einem anderen Ladeplatz hielten. Da warf der Bischof dem Jungen einen kurzen Blick zu, zeigte dann auf einen fetten schweren Sack und fragte: „Hast du Lust, mir zu helfen?“ 
Eifrig nickte Jan und half dem alten Mann auch sogleich dabei, den riesigen Sack mit ihm von Bord zu hieven. 
Vor ihnen lag ein sehr armes Dorf. Heruntergekommene Häuser, Risse in den Mauern und schäbige Straßen waren zu erkennen.
Als Jan all das sah, fragte er: „Sicher, dass hier überhaupt noch wer wohnt?“
„Leider ja, Jan, jedes Jahr komme ich in solche Dörfer und versuche etwas da zu lassen, was vor allem den Kindern hilft, aber es ist kaum etwas auszurichten gegen diese Armut.“ 
Jan dachte einen Augenblick nach und schüttelte dann entschieden seinen Kopf. 
„Ich glaube, du richtest sehr viel aus.“
„Wie meinst du das?“ 
„Na jeder weiß doch, dass du den armen Kindern wirklich hilfst, dass macht ihnen Mut und sie deshalb auch glücklich. Und wenn man glücklich ist, ist man dann nicht auch ganz reich?“ 
Der alte Mann lächelte. 
„Mhm, da ist wohl was Wahres dran.“ 
Dennoch ließen sie vor jedem Haus kleine Geschenke da, die den Kindern das Leben erleichtern sollten, bevor sie wieder zum Schiff zurückkehrten.
Doch ehe sie auch wieder an Bord gingen, hielt der Bischof plötzlich abrupt inne.
"Psst", gab er Jan mit dem Zeigefinger am Mund zuerst zu verstehen, dann: "Horch".
Jan wunderte sich ein bisschen, blieb dennoch stehen, verhielt sich ganz still und lauschte ebenfalls in die Nacht.
Und tatsächlich, da drang so ein leises Winseln und Fiepen an Jans Ohren. 
„Komm mit“, wisperte da nun der alte Gelehrte. 
Gemeinsam und auf leisen Sohlen schlugen sie nun ihren Weg in jene Richtung ein, aus der das Winseln kam. Und da fanden sie plötzlich einen goldenen Hundewelpen. Auf seinen vier tapsigen Pfoten wackelte der Kleine noch recht unbeholfen, aber ganz ohne Scheu auf die Beiden zu. 
Da kniete sich Jan zu ihm nieder und sogleich leckte ihm der süße Strolch übers Gesicht. 
Fragend blickte der Junge hoch zu dem alten Mann. 
Der nickte nur lächelnd und sagte: „Nimm ihn ruhig mit. Denn hier wird ihn bestimmt Niemand vermissen.“
Und so kehrten sie schlussendlich zu dritt an Bord zurück. 
Wieder übernahm der Bischof das Steuer und brachte Jan wieder in seine Heimat. 
Das Schiff schwankte ruhig auf den Wellen dahin und fuhr schließlich sicher in den Hafen ein. Hier war es immer noch sternenklar und doch stockfinster.
Als Jan sich mit dem inzwischen friedlich schlafendem Welpen auf seinen Armen von dem alten Bischof verabschiedete, sagte dieser ernst lächelnd:
„Ich danke dir, Jan", und fügte auch noch hinzu: „Behalte immer in deinem Herzen den Glauben an das Gute. Und jetzt lauf schnell mit deinem Hund nach Hause zu deinem Vater.“ 
Dann ließ sich Jan von den Männern wieder von Bord bringen und rannte los – ganz so, wie es ihm der Bischof aufgetragen hatte. Doch er wandte sich einmal noch um und winkte dem alten Gelehrten zu.

Der rief ihm nach, so dass Jan ihn gerade noch hören konnte: "Und immer schön auf den Kleinen aufpassen."
Kurz darauf sah der Junge wieder einmal auf seine Uhr und stellte fest, dass diese nun auch wieder angefangen hatte zu ticken. 
Ein wissendes Lächeln huschte noch über seine Lippen, dann war er Zuhause angekommen.
Sein Vater hatte ihn schon vom Fenster aus beobachtet und öffnete sofort die Haustür. An diesem Abend war jedoch keine Wut und auch kein Ausdruck von Strenge mehr in seinem Gesicht, sondern nur die pure Erleichterung.
„Jan, um Himmelswillen bin ich froh dich gesund und munter wieder Zuhause zu wissen". Dann schloss er seinen Jungen in die Arme. 
"Heute warst du wirklich sehr lange weg.“ 
Erst als er Jan schließlich wieder aus seinen Armen entließ, entdeckte er auch den Welpen, der nun, von diesem kleinen Begrüßungstumult erwacht, aus verschlafenen, treuen Hundeaugen heraus, neugierig unter Jans Jacke hervorlugte. 
„Ja wen hast du denn da mitgebracht?“ 
„Einen Welpen, Papi. Den hab ich mit dem Nikolaus auf dieser armen Insel gefunden.“ 
Jans Vater war nicht wie manch anderer Vater, und stellte daher auch nicht in Frage, was ihm Jan da gerade erzählt hatte. Stattdessen erwiderte er mit leuchtenden Augen: „Er ist tatsächlich gekommen?“ 
Jan nickte begeistert und noch während sie ins Haus gingen plauderte Jan wie ein Wasserfall drauflos. 
Aufgekratzt erzählte er von dem Schiff und den Sternen, von der Mutter und was sie gesagt hatte. Indessen richtete ihm sein Vater einen warmen Kakao und stellte sogar ein Schälchen Wasser für den kleinen Hund auf den Boden. 
An diesem Abend saßen sie noch lange gemütlich beisammen und plauderten auch über all ihre Erinnerungen an die Mutter, ehe sie sich endlich ins Bett begaben und erschöpft in einen tiefen und ruhigen Schlaf hinüberglitten.
Als Jan am nächsten Tag erwachte und kurz darauf mit dem kleinen Hund vor die Tür ging, stolperte er fast über eine große Holzkiste davor. Da lächelte er überrascht, schleppte sie ins Wohnzimmer und lief aufgeregt seinen Vater wecken. 
Kurz darauf öffneten sie die Kiste dann zusammen und fanden darin ein Hundekörbchen, ein Halsband, eine Leine und Spielzeug.
Außerdem fanden sie darin auch noch einen großen Briefumschlag, aus dem zwei Zettel herausfielen, als sie diesen öffneten.
Einen davon nahm Jan und las ihn laut vor:

Lieber Jan,
Mich meiner alljährlichen Runde mit dir gemeinsam zu widmen, war mir ein wahres Vergnügen. Du hast mir und meiner Seele damit einen großen Dienst erwiesen und die bedrückende Dunkelheit, der ich Jahr ein Jahr aus auf dieser Reise begegne so erleuchtet, wie es bisher nur der hellste aller Sterne am Himmel vermochte. 
Als Ausdruck meiner Dankbarkeit überreiche ich dir daher ein paar Dinge, die Du in Zukunft bestimmt gut brauchen kannst, um deinem neuen kleinen Freund dieselbe Freude zu bereiten. Pass immer gut auf ihn auf.

Liebe Grüße,
St. Niklas

PS: Der andere Brief richtet sich mit meinen besten Wünschen an deinen guten Vater .
 
Schließlich sah Jan zu seinem Vater auf. 
Der hatte inzwischen den zweiten Brief an sich genommen und schien seiner Mimik nach nicht ganz fassen zu können, was ihm dieser offenbarte.
Und als er ihn wieder aus der Hand legte, liefen ihm plötzlich Tränen über's Gesicht. 
„Papi? Was ist denn?“, erkundigte sich der Junge besorgt. 
„Weißt du, was das ist, Jan?“, brachte der da gerade mal so heraus. 
Der Junge schüttelte natürlich den Kopf. 
„Da steht, dass wir von einer entfernt verwandten Tante ein Haus, ein großes Grundstück und jede Menge Geld geerbt haben. Wir können endlich umziehen und dann habe ich auch wieder viel mehr Zeit für dich!“ 
Da sprang Jan auf und fiel seinem Vater, jetzt selber mit Freudentränen in den Augen um den Hals. 
Lachend und weinend zugleich schloss dieser seinen Jungen ganz fest in die Arme, als von unten her auch noch ein freudiges „Waff“ erklang, ehe der kleine Viebeiener an den Beiden in einer tapsigen Mischung aus hüpfen und krabbeln hochsprang, bis auch er an dieser Umarmung teilhaben durfte.


Zuletzt von Evelucas am Mo 28 Aug 2017 - 16:29 bearbeitet; insgesamt 8-mal bearbeitet

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von SchreibElan Lektorat am Di 15 Nov 2016 - 13:33

Na das ist ja mal ein sehr unterstützendes Service, liebe Evelucas. Kannst du gerne öfter machen, denn dann müssen wir uns nur noch um das überarbeiten kümmern. Und wie wir feststellen hast du sogar noch einige unauffällige "Mini-Fehlerchen" optimiert, die sich im Zuge unserer Überarbeitungen leider immer wieder mal einschleichen. Ganz so wie wir das auch immer wieder tun, bevor wir die "korrigierte Version" in diesen Bereich kopieren. Vielen Dank mal dafür. Very Happy

Und nun, liebe Adaira ...

... kommen wir auch schon wieder zu dir.
Zuerst wollen wir aber nochmals bestätigen, da hast du wie gewohnt, wiedereinmal eine ganz entzückende und äusserst liebevolle Geschichte erzählt.
Und, wie wir äusserst erfreut ebenfalls feststellen konnten, auf welche Weise auch immer sie entstanden ist, diese Story ist die bisher tatsächlich am besten durchdachte Erzählung. Offensichtlich hattest du diese Geschichte schon ganz klar vor Augen, bevor du sie in die Tasten klopftest.

Nur eine einzige Stelle verriet uns, dass auch diese offensichtlich noch eine ziemlich frische Rohfassung war. Very Happy Und vermutlich kannst du dir auch schon denken, welche Passage das ist. Wink
Ja, ganz genau, eben dieser Moment in deiner Erzählung, als du urplötzlich aus Jans Perspektive, in die seines Vaters hinüber glittest. Das passiert immer dann, wenn man als Autor so sehr in der eigenen Geschichte drinsteckt, dass man völlig vergisst, woran man die Handlung dieser Anfangs eigentlich knüpfte. Doch es zeigt auch noch etwas anderes, etwas sogar äusserst lobenswertes. Fehler hin oder her, er zeigt dennoch eindeutig auf, dass du den Vater der Story und sämtliche Lebensumstände Beider, richtig gut kanntest, dich also auch ganz toll in ihn hineinversetzen konntest. Aus diesem Grund führt man als Autor, allerdings eher in Hinblick auf Romane, immer mal wieder "Interviews" mit seinen Darstellern. Auf diese Weise erlangt man viele Informationen und detaillierte Einblicke in die fiktiven Figuren über die man etwas zu erzählen wünscht. Man lernt sie dadurch einfach besser kennen. Wir vermuten, dass du das hier im Kontext mit dem Vater wahrscheinlich nicht getan hast, dennoch aber hattest du offensichtlich schon von Anfang an ein äusserst klares Bild von ihm vor deinem geistigen Auge, so auch bei Jan. Daher ist gerade diese Erzählung auch ein so gänzlich positives Beispiel dafür, wie wichtig es eben ist, seine Figuren wirklich gut zu kennen. So etwas wertet eine Erzählung, im Vergleich zu anderen, qualitativ schon mal ungleich besser auf, da sie auch mehr "Tiefe" gewinnt.

Daher an dieser Stelle mal, wesentlich mehr Lob von unserer Seite als Kritik.
Achte aber in Zukunft dennoch bitte mehr auf den Gebrauch von "Synonymen" sowie darauf immer in der passenden "Erzählerperspektive" je Szene zu bleiben. Möchtest du diese dennoch wechseln, muss für den Leser ein Übergang her, sonst verwirrt ihn das. Oder du machst es so, wie wir es getan haben, indem du eben die "Persönliche Erzählerperspektive" (also Jans) mit der "Allgemeinen Erzählerperspektive", also deiner allumfassenden Sicht als Erzählerin mischt. Das ist ok.
Nicht aber funktiert es, die eine "persönliche (also Jans)" übergangslos mit einer anderen "persönlichen (also der des Vaters)" zu vermischen.

Ansonsten aber, ganz toll präsentiert.

LG. deine Anonyminas


Zuletzt von Anonymus1 am Di 15 Nov 2016 - 14:57 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von SchreibElan Lektorat am Di 15 Nov 2016 - 14:25

Ach ja, bevor wir's vergessen.
Deine Synonym-Schwächen betreffend, sind uns speziell "vier" Worte (zumindest innerhalb dieser Story) immer wieder angesprungen.

Und das sind die Worte:
1. "Gehen"
2. "Sehen"
3. "groß"
4. "klein"

Synonyme hierfür wären zB.:
1. Spazieren, schlendern, flotten Schrittes bewegen, eilen, schleichen (statt leise gehen) oder eben "auf leisen Sohlen fortbewegen", Schreiten, staksen (z.B. auf hohen Schuchen), tapsen (bei Tierkindern), wandeln (eher poetisch natürlich) usw.

2. Blicken, starren, stieren, aufschauen (oder aufblicken), hochschauen (oder hochblicken)
foccusieren, beobachten, mustern, glotzen, linsen, glubschen, lugen, beäugen, spähen, gaffen, besichtigen, sichten, betrachten, bemerken usw.

3. riesig, imposant, hochaufragend, gigantisch, auch mächtig oder prächtig, erheblich, erwachsen, hünenhaft, eminent, beeindruckend, grandios, exorbitant, riesenhaft, kolossal, voluminös, monströs, überdiemensional, turmhoch, immens usw.

4. kindlich, jung, mini, zierlich (von zierlicher Statur z.B.), fipsig, winzig, gnomenhaft, hager, zart, zwergenhaft, grazil, schmächtig, halbwüchsig, kindhaft, kanbenhaft, mädchenhaft, fragil, gazellenhaft, schnuckelig, latent, mikrig, schmal usw.

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von Adaira86 am Di 15 Nov 2016 - 18:26

Hallo ihr Lieben!
Vielen Dank für das große Lob. Ich hab die Geschichte mit vollem Herzen geschrieben, das ist wahrscheinlich der Grund, warum sie gut gelungen ist. Abgesehen davon hat mich mein Lieblingsweihnachtslied dabei begleitet - St. Niklas war ein Seemann. 

Vielen Dank wieder für die Schreibtipps. 

Von mir fehlt ja jetzt eigentlich nur die Info was der Vater macht: Er ist Hausmeister in einem großen Wohngebäudekomplex. Am Wochenende arbeitet er in der Küche eines Altenheims als Küchenhelfer. Und dann kümmert er sich noch um die Gärten einiger Nachbarn. 

Soweit schon mal dazu und ich les dann grad mal durch, ob mir noch irgendwas auffällt.

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von Adaira86 am Di 15 Nov 2016 - 19:17

Dieses verborgene Plätzichen hatte er hinter zwei großen Containern,

Ein schmaler Spalt zwischen ihnen, erlaubte ihm sogar einen freien Blick aufs Meer und den garstigen kalten Wind zu dieser Jahreszeit, hielten die blauen Riesen auch noch ab. 

Abend für Abend kehrte er, über den  gesamten Dezembermonat immer wieder hierher zurück, so wie er das auch letztes Jahr schon getan hatte.

Ein Schiff, das Jan schon öfter hier gesehen hatte und von dem er inzwischen wusste, dass es, aus Dänemark kommend, regelmäßig in diesem Hafen einkehrte. 

Nach ihrem Tod fand er nur diese schlecht bezahlte Arbeit, der er auch heute noch nachging Vorschlag: Nach ihrem Tod fand er nur eine schlecht bezahlte Arbeit als Hausmeister in einem großen Wohnhaus/Wohngebäudekomplex, der er auch heute noch nachging.

Weder Jans Großeltern väterlicher- noch mütterlicherseits lebten in der Nähe, um bei ihnen etwas aushelfen zu können, daher musste sein Vater am Wochenende in der Küche des Magdalenenstifts -  ein Altenheims ganz in der Nähe von ihnen - arbeiten. Außerdem betreute er einige Gärten in der Nachbarschaft.

So still
, dass Jan jetzt sogar das leise Ticken seiner Armbanduhr hören konnte.

Langsam aber ganz deutlich
, wurde ein Mast sichtbar, dann ein großes weißes Segel und gleich daneben, auf selber Höhe, zwei weitere etwas Kleinere.


Fast wäre ihm dadurch sogar entgangen, wie dieses Ticken sogar stetig langsamer wurde, bis die Zeit vollends stehen blieb. 

Als Jan all das sah, fragte er: „Sicher, dass hier überhaupt noch wer wohnt?“ 

„Ich glaube, du richtest sehr viel aus.“

Da kniete sich Jan zu ihm nieder und sogleich leckte ihm der kleine Wonneproppen übers Gesicht. Finden wir ein anderes Wort als Wonneproppen? Das klingt nämlich so gar nicht mehr nach mir. Wie wäre es mit Tapsetier oder Schnuffelschatz, Schnuffelwuffel oder einfach süßer Schatz?

Als Jan sich mit dem inzwischen friedlich schlafendem Welpen auf seinen Armen von dem alten Bischof verabschiedete, sagte dieser ernst lächelnd:

„Ich danke dir, Jan", und fügte auch noch hinzu:

Dann ließ sich Jan von den Männern wieder von Bord bringen und rannte los – ganz so, wie es ihm der Bischof aufgetragen hatte.

"Und immer schön auf den Kleinen aufpassen."

Kurz darauf öffneten sie die Kiste dann zusammen und fanden darin ein Hundekörbchen, ein Halsband, eine Leine und Spielzeug.

Außerdem fanden sie darin auch noch einen großen Briefumschlag, aus dem zwei Zettel herausfielen, als sie diesen öffneten. 

Das
 hat die Düsternis, der ich Jahr ein Jahr aus meine Aufwartung machen muss, aufgehellt, wie es sonst nur der hellste aller Sterne vermagIrgendwie finde ich den Satz seltsam. Wie wäre es mit: Das hat die Düsternis, der ich Jahr für Jahr entgegen treten muss, aufgehellt, wie es sonst nur der hellste aller Sterne vermag

Der hatte inzwischen den zweiten Brief an sich genommen und schien seiner Mimik nach, nicht ganz fassen zu können, was ihm dieser offenbarte.

So, ich hoffe, ihr seid damit einverstanden.
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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von SchreibElan Lektorat am Mi 16 Nov 2016 - 13:04

1. Nach ihrem Tod fand er nur eine schlecht bezahlte Arbeit als Hausmeister in einem großen Wohnhaus. /Wohngebäudekomplex, der er auch heute noch nachging. Wir haben das selber erst jetzt so richtig gesehen, aber dieser zusätzliche Nachsatz ist eigentlich völlig unnötig, da der Leser das ja ohnehin längst begriffen hat.

2. Weder Jans Großeltern väterlicher- noch mütterlicherseits lebten in der Nähe, um bei ihnen etwas aushelfen zu können, doch der Hausmeisterlohn allein reichte eben nicht aus um sie beide durchzubringen. Daher musste sein Vater am Wochenende in der noch zusätzlich in der Küche des Magdalenenstifts - eines Altenheims ganz in der Nähe von ihnen - arbeiten. Außerdem und auch noch (betreute er) einige Gärten in der Nachbarschaft betreuen.

3. Da kniete sich Jan zu ihm nieder und sogleich leckte ihm der kleine Wonneproppen übers Gesicht. Finden wir ein anderes Wort als Wonneproppen? Das klingt nämlich so gar nicht mehr nach mir. Wie wäre es mit Tapsetier oder Schnuffelschatz, Schnuffelwuffel oder einfach süßer Schatz?

Die Problematik ist die, das es hierbei ja auch zugleich darum geht, welch "symphatisch, süße" Wirkung der Welpe auf Jan und den Nikolaus hat. Da das Wort davor jedoch "kleine" ist und auch schon im Satz darüber das Wort "Kleiner"(das Synonymproblem eben) steht, und auch "Welpe" als Bezeichnung wegfällt, muss da natürlich jetzt ein anderer "liebevoll gemeinter" Ausdruck her, der aber keines Falls "mundartlich" sein darf.
Tapsetier ist süß, allerdings wurde ja bereits beschrieben das er "tapsig" unterwegs ist und dort gehört das Wort "tapsig" auch hin. Tapsig sein ist nämlich eine Eigenschaft, eine Bezeichnung dafür, wie sich "ein Tier oder auch Mensch bewegt", nicht aber wie er ist.
Schnuffelschatz oder Schnuffelwuffel, ist viel zu sehr aus dem "mundartlichen Sprachgebrauch" herausgerissen, was so gar nicht zu dieser Szene bzw. auch nicht zu dieser Kulisse passt. Und süßer Schatz ist wiederum zu schwammig, undefiniert bzw. zu einfach und ausserdem eher etwas, was Jan eventuell zu dem Welpen sagt, wenn er mit ihm plaudert.

Schön wäre allerdings, wenn man eventuell das Wort "kleine" vor "Wonneproppen" mal durch "süße" ersetzt und dann eventuell einfach eines der nachfolgenden Synonyme anstatt "Wonneproppen" aussucht.

Ok, mal sehen, was hätten wir denn für Synonyme dafür:
Schlingel, Strolch, Lauser, Wicht, Knirps, Racker


Daraus würde dann im Satz werden:
... der süße Schlingel
... der süße Strolch
... der süße Lauser
... der süße Wicht
... der süße Knirps
... der süße Racker


4.Das hat die Düsternis, der ich Jahr ein Jahr aus meine Aufwartung machen muss, aufgehellt, wie es sonst nur der hellste aller Sterne vermagIrgendwie finde ich den Satz seltsam. Wie wäre es mit: Das hat die Düsternis, der ich Jahr für Jahr entgegen treten muss, aufgehellt, wie es sonst nur der hellste aller Sterne vermag


Könntest du uns "irgendwie klingt der Satz seltsam" noch etwas klarer definieren?

Deine Zusatzidee ist nicht so schlecht, doch eines sollte dabei schon auch ganz dringend bedacht werden:
Es handelt sich hier um einen "Bischof", also um einen Gelehrten und Theologen, der sich ganz sicher auch dementsprechend ausdrückt, insbesondere in der schriftlichen Form. Er muss sich also auch viel "feiner, erhabener und gebildeteter" ausdrücken als Jan oder Jans Vater und das muss der Leser auch "sogleich" da heraus hören.

Das ist hier allerdings, mit Ausnahme der Worte "Aufwartung" und "vermag" nicht gegeben. Lässt man also jetzt auch noch das Wort "Aufwartung" weg und setzt anstelle von "Jahr ein Jahr aus", "Jahr für Jahr" wird des Bischofs Ausdrucksform noch einfacher und klingt dann erst recht nicht mehr nach einem Gelehrten.

So spricht bzw. schreibt ein "Bischof" nun mal nicht. Vielleicht sollte man diesen Satz überhaupt noch einmal "vollkommen NEU überdenken", bis der Bischof eben auch wirklich nach mehr "Bischof" statt "gemeinem Volk" klingt.


Wir denken nochmal drüber nach. Vielleicht fällt ja unserer lieben Evelucas dazu wieder etwas ein. Sie schreibt immerhin auch "Fachbücher", kennt etliche "Verse" und "Zitate" alter Meister, beschäftig sich stetig mit den großen Denkern des Abendlandes und ließt somit auch viele Bücher von "Gelehrten". Hm, das könnte jetzt gerade durchaus nützlich sein. Very Happy

Den ganzen anderen Rest betreffend (Beistriche, Zeichensetzung, Flüchtigkeitsfehler), das erledigen wir natürlich sofort.


LG. Deine Anonyminas


Zuletzt von Anonymus1 am Mi 16 Nov 2016 - 13:39 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von Adaira86 am Mi 16 Nov 2016 - 13:24

Huhu!

Punkt 1 und 2, alles klar.
Punkt drei: dann wäre ich für süßer Strolch.
Punkt vier: Hm ja, aus der Sicht betrachtet, habt ihr natürlich recht und vielleicht würde ein Bischof etwas erhabener schreiben. Es war ehrlich gesagt genau das, was mich daran gestört hat. Ich dachte mir, wenn der Bischof einem Kind schreibt, würde er dann nicht so schreiben, dass das Kind ihn auch versteht und nicht erstmal noch nach Begriffserklärungen fragen muss? 
Wenn ihr eher denkt, dass der Bischof eben wie ein Bischof schreiben würde, können wir das mit der Aufwartung natürlich drin lassen.

LG

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von SchreibElan Lektorat am Mi 16 Nov 2016 - 13:31

Natürlich bemüht sich ein Bischof einem Kind so zu schreiben, dass auch ein Kind ihn versteht, aber bestimmt nicht so, wie ihm auch ein Kind oder sein Vater schreiben würde. Hinzu handelt es sich ja hier auch noch dazu um ein Kind, dass wesentlich erwachsener ist, als es in diesem Alter sein dürfte. Man könnte aber aus der "Aufwartung" eben auch so etwas wie: "Ehre oder Dienst erweisen" oder Ähnliches machen. Auf jedenfall muss dieser Brief feiner und eleganter klingen.

Wir wären daher immer noch dafür, diesen Satz eher nochmal vollkommen Neu zu überdenken. Sind schon am Grübeln. *ggg*

LG.

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von Evelucas am Mi 16 Nov 2016 - 15:14

Na aber klar helfe ich euch, wenn ich kann. Schau ma mal, was ich da jetzt zusammenbringe.

Das ist jetzt mal der ganze Brief, wie er derzeit klingt:
Lieber Jan,
Es war mir eine Ehre, meine alljährliche Runde gestern mit dir zu drehen. Lange nicht hatte ich ein solches Vergnügen während meiner Fahrt. Das hat die Düsternis, der ich Jahr ein Jahr aus meine Aufwartung machen muss, aufgehellt, wie es sonst nur der hellste aller Sterne vermag. Als Dank schicke ich dir hier einige Sachen. Pass immer gut auf deinen neuen kleinen Freund auf. Der andere Brief ist für deinen Vater.

Liebe Grüße
St. Niklas


Na dann mal los:
Lieber Jan,
Mich meiner alljährlichen Runde mit dir gemeinsam zu widmen, war mir ein wahres Vergnügen. Du hast mir und meiner Seele damit einen großen Dienst erwiesen und die bedrückende Dunkelheit, der ich Jahr ein Jahr aus auf dieser Reise begegne so erleuchtet, wie es bisher nur der hellste aller Sterne am Himmel vermochte. 
Als Ausdruck meiner Dankbarkeit überreiche ich dir daher ein paar Dinge, die Du in Zukunft bestimmt gut brauchen kannst, um deinem neuen kleinen Freund dieselbe Freude zu bereiten. Pass immer gut auf ihn auf.

Liebe Grüße,
St. Niklas

PS: Der andere Brief richtet sich mit meinen besten Wünschen an deinen guten Vater .

Es war leichter mir gleich den ganzen Brief vorzunehmen, so es mir mehr Spielraum im Ausdruck verschaffte.

Liebe Anonyminas, liebe Adaira,
Habt ihr euch das so ungefähr vorgestellt?
Ich habe jetzt einfach versucht, Adairas Wunsch entsprechend, das Wort "Aufwartung" elegant zu umfahren, mich aber zugleich bemüht eine "anmutigere, feine Feder" aus des Bischofs Worten herauszuarbeiten. Ob mir das hiermit auch geglückt ist? Ich weiß es nicht.
Das zu beurteilen ist somit also nun wieder euer Part. Very Happy 

GLG. Evelucas


Zuletzt von Evelucas am Do 17 Nov 2016 - 16:08 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von Adaira86 am Mi 16 Nov 2016 - 16:17

Also mir gefällts. Vielen Dank

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

Beitrag von SchreibElan Lektorat am Do 17 Nov 2016 - 16:05

Na, dann sollten wir das doch auch genauso nehmen. Uns gefällt es auch und passt ausserdem ganz gut, sowohl zu einem Bischof als auch im Kontext zu einem Kind. Toll hingekriegt Evelucas.

LG. Die Anonyminas

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Re: Adventkalenderbuch – 06. Der Seemann

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