04 Gruselzeit - Teil 2 - Ein Blick in Österreichs Abgründe

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04 Gruselzeit - Teil 2 - Ein Blick in Österreichs Abgründe




Österreich ist bekannt für gemütlichen Charme, ein wenig Herummeckern (wir nennen es herumraunzen), gute Küche, Musik, Theater - jede Menge Kultur und eine lange, faszinierende Geschichte ... doch Österreich ist auch eine wahre Fundgrube für Dunkles und Mysteriöses. Hier ist viel passiert.
Mord und Totschlag, Folter und Hinrichtungen. Die Liste ließe sich, wie in so vielen anderen Ländern Europas ewig fortsetzen.
Wien war zB. immer schon ein gutes Pflaster für Grausamkeiten aller Art. Wusstet ihr, dass sie als einzige Stadt der Welt sogar mit einer Blutgräfin und einer Vampirfürstin aufwarten kann? Tja, da staunt ihr, nicht wahr?
Doch fangen wir erstmal mit ein paar Schattenplätzen außerhalb der Hauptstadt an.


Viel Vergnügen!
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A.C.Greeley
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04 Gruselzeit - Teil 2 - Ein Blick in Österreichs Abgründe :: Kommentare

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Beitrag am Sa 26 Nov 2016 - 15:29 von A.C.Greeley

Vom Sanatorium zum Hotel ... dazwischen – natürlich nichts Gutes ...

Für einen österreichischen Horrorfilm würde dieses Gebäude durchaus genügend Stoff bieten.
Ein paar Jugendliche, von Abenteuerlust gepackt – schleichen sich in das an und für sich verbotene Gebiet und finden Leere, Zerstörung und Blutspuren.
Gibts das tatsächlich? Aber natürlich!
Das Sanatorium Wienerwald - auch bekannt unter dem Namen Hotel Feichtenbach - liegt etwa eine Autostunde von Wien entfernt.
Hugo Kraus und Arthur Baer
,
zwei jüdische Lungenärzte gründen das Lungensanatorium im Jahre 1904.

Für die damalige Zeit eine hochmoderne und exclusive Institution.
Bis 1938 bietet es zahlreichen Berühmtheiten Erholung. Unter anderem auch Franz Kafka und Ignaz Seipel.
Im Ersten Weltkrieg benutzt man die Klinik auch als Kriegerheilstätte.

Doch das erste Unglück lässt nicht lange auf sich warten.
1920 brennt der Frauentrakt bis auf die Grundmauern nieder. Da die Wasserleitungen und der Löschteich zu der Zeit zugefroren sind, kann man den Brand nicht löschen.
Das blutige Ende des Sanatoriums kommt allerdings 1938 in Gestalt der Gestapo. Nun erlebt das Gebäude seine dunkelsten Jahre.
Hugo Kraus begeht angeblich danach Suizid, doch auch das ist nicht bewiesen. Augenzeugen berichten etwas anderes. Sie erzählen, dass Kraus nach einer Messerattacke vor den Nazis schwerverletzt ins Matrazenlager flieht.
Offiziell heißt es: Dr. Hugo Kraus stirbt drei Tage nach der Übernahme des Sanatoriums durch die SS im Krankenhaus Wr. Neustadt an ‚Selbstvergiftung‘.
Tja, bis heute ist das nicht wirklich geklärt.
Dr. Arthur Baer wird verhaftet und dazu gezwungen das Sanatorium dem ‚Lebensborn e. V. zu überschreiben. Er stirbt 1941 verarmt in Pardubice/tschech. Republik.
Im Zuge des Anschlusses Österreich an NS-Deutschland wird das Sanatorium ‚arisiert‘, und damit zu einem sogenannten Mütterheim. Dort wird die Geburt von ‚Arierkindern‘ gefördert. Link: Lebensborn

Bekannte Anzahl der in Feichtenbach geborenen Babys: mindestens 1.200, aber wahrscheinlicher 1.700.

Von den Totgeburten scheinen nur einige bedingt in den Geburtenbüchern auf. Was mit anderen Säuglingen und Totgeburten geschah, liegt teilweise im Dunkeln. Zumindest sind es rund 100 Babys, um die es sich handelt.
Viele Kinder mit sogenannten 'Mängeln' werden in dieser Zeit zur Ausmerzung zum  'Spiegelgrund' transportiert.

Der vormalige Hausmeister des Heimes gab am 30. Dezember 1994 in einem Interview zu, im Auftrage des Verwalters Decker zumindest eines der Kinder ‚beim Heim‘ verscharrt zu haben.
Gerüchte/Berichte über 30 entdeckte Kinderleichen unter dem Schwimmbecken kann ich weder bestätigen, noch widerlegen.
Das Lebensborn-Heim kommt klarerweise auch unehelichen Müttern in Not zugute, aber es dient in erster Linie den SS- und NS-Parteiführern dazu, ihre schwangeren Geliebten dorthin abzuschieben, ohne dass die Ehefrauen davon erfahren.
Schwangerschaft und Geburt werden geheim gehalten und in eigenen ‚Lebensborn-Standesämtern attestiert.
Das Heim Wienerwald ist zu der Zeit das einzige reine Mütterheim im System des Lebensborn.
Alle anderen Lebensborn-Heime werden für die Verschleppung und ‚Eindeutschung‘ mittel- und osteuropäischer Kinder missbraucht.
In Österreich redet man nicht gerne darüber, doch die Themen kehren ständig wieder.
Von 1945 bis Ende 1948 dient das ehemalige Sanatorium als Unterkunft für unterernährte Kinder. Dadurch bleibt das Gebäude vor dem Zugriff der russischen Besatzung verschont.
Doch das Elend der Vergangenheit bringt dem Gebäude kein Glück. Es scheint, als würde ein Fluch darauf lasten.
1952 wird das Haus komplett umgebaut, und wird später zu einem Kur- und Erholungsheim für die Krankenkasse.

Das erfolglose Hotel Feichtenbach:

1962 wird ein Restaurationspavillon südostseitig angefügt. Weitere Umbauten im Jahr 1967 (die Aufstockung des Mörthschen Restaurationspavillons, den Angestelltenspeisesaal sowie den Ausbau der Wäscherei zum Angestelltenwohnhaus).
1979/1980 baut man nordseitig ein überdimensionales Schwimmbad, womit man das Hotel zusätzlich unrentabel macht. Dazu kommt noch die Errichtung einer Minigolfanlage, auf der 1984 die österreichische Staatsmeisterschaft im Bahnengolf ausgetragen wurde.
Doch auch die Umwandlung in ein Hotel kann das finanzielle Aus nicht mehr verhindern.
2002 schließt das Sanatorium/Hotel für immer seine Pforten.

Berichte/Erzählungen über paranormale Aktivitäten:

Besucher berichten von Schritten, von dem Gefühl, dass direkt hinter einem jemand steht, aber niemand zu sehen ist. Stimmen, EVPs (electronic voice phenomenon) und Schatten, die herumhuschen.
Einige erzählen von einer sich öffnenden Tür und von einem Spiegel, in dem man mal rechts, oder links von seinem Spiegelbild eine haarlose, abgemagerte Gestalt sieht.

Seltsam, aber so steht es geschrieben ...


Das Sanatorium/Hotel heute:

Immer wieder gibt es Berichte über Vandalismus und unbefugtem Betreten (das Betreten dort ist nicht so schwierig, da das Gelände nicht komplett abgeriegelt ist. Auch führt ein Radweg gleich daneben vorbei und Fussgeher und Gassigeher treiben sich dort herum).
2007 geriet das Sanatorium erneut in die Schlagzeilen.
Durch Hinweise der Bevölkerung wurde ein Fall von Animal-Holding bekannt.
Eine Frau hatte illegal über 80 Tiere dort untergebracht.
Am 22./23. März/07 wurde es von der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt und dem zuständigen Amtstierarzt aufgelöst.
Nach wie vor bereitet das Areal der Polizei allerhand Probleme.
Illegale Rave Partys, Vandalenakte am Gebäude, Satanskulte mit Tierblut, usw.
All das geschieht immer noch auf dem Gelände. Die Polizei richtet verstärkt ihr Augenmerk darauf. Ich empfehle, NICHT dort herumzulaufen. Es geht nicht nur um die Polizei und deren empfindlichen Strafen, sondern auch um die Einsturzgefahr, die unterschätzt wird.
Ich hoffe, man richtet das Gebäude her, ehe es komplett dem Verfall preisgegeben ist.
Architektonische Zeugnisse von 1904 bis 2002 sind jedenfalls sehenswert! Wäre sehr schade darum.

Info der Autorin:
Der Wahrheitsgehalt dieses zusammengestellten Berichts ist nicht überall gewährleistet. Die Autorin hat recherchiert und Informationen zu einer ‚Faktion‘ (Fiction-Fakten) zusammengestellt. Nicht alles läßt sich nachkontrollieren, nicht alles bestätigen.

Nachträgliche Information zu den Kindern der Lebensborn:
Kinder, die ‚Mängel‘ aufwiesen, wurden auf die ‚Baumgartner Höhe‘ »Am Spiegelgrund« geschickt (auch aus diesem Wienerwald - Lebensborn-Heim)
Dort wurden an die 800 Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren mit angeblicher körperlicher oder geistiger Behinderung getötet. Der nationalsozialistische Rassenwahn verlangte nämlich die ‚Ausmerzung‘ lebensunwertem Lebens.

Für Interessierte zum Nachlesen:


Sanatorium Wienerwald
Link:  Am Spiegelgrund
Buchtipp : Totenwagen


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