03 Gruselzeit - Teil 1: Unheimliche Orte

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03 Gruselzeit - Teil 1: Unheimliche Orte

Beitrag von A.C.Greeley am So 16 Okt 2016 - 12:04

Es gibt sie, diese Orte, an denen scheinbar kein Licht hinkommt, obwohl die Sonne scheint.

Wo die Schatten derart intensiv sind, dass wir einen Bogen darum machen, ohne darüber nachzudenken, wieso.

Verfallene Gebäude, verlassene Nervenheilanstalten, Plätze, an denen Leid, Tod und Folter ihre Spuren hinterlassen haben.

Orte, an denen Schreckliches oder auch nur sehr Trauriges passiert ist - Gegenden, die den ‚Geist der Vergangenheit‘ atmen, dich in ihren Bann ziehen und deine Urängste schüren ... pale affraid

Hier bietet sich die Möglichkeit zum Austausch unter Lesern und Schreib-Elanern.

Was hält ihr davon? Habt ihr selbst Erfahrungen dieser Art gemacht?

Ich starte mit bekannteren Gruselorten, die man gut nachrecherchieren kann!

So, die Türen sind verschlossen, niemand kommt mehr raus ... gute Unterhaltung

Whuahaha ...


Zuletzt von A.C.Greeley am So 16 Okt 2016 - 17:50 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Isla de las Muñecas - Mexiko

Beitrag von A.C.Greeley am So 16 Okt 2016 - 12:35

Isla de las Muñecas - die Insel der Puppen ...

Man vermeint, sich in einem Albtraum zu befinden, betritt man die Insel zum ersten Mal.

Hunderte ramponierte Kinderpuppen hängen hier in toten und langsam verwesenden Bäumen.

Eine der Legenden lautet folgendermaßen:

Vor über fünfzig Jahren wurde die Leiche eines Mädchens dort angeschwemmt. Ein Fischer barg die Tote.
Kurz darauf zog man eine Puppe aus dem sumpfigen Boden nahe dem Meer.
Der Fischer Namens Don Julian Santana Barrera wurde danach von Panik ergriffen.
Er schwor, dass der Geist des Mädchens ihn seit diesem Tag heimsuchte.
Weinen, Kinderschreie in der Nacht, unheimliche Geschehnisse rund um seinem Zuhause ...

Er dachte, das Mädchen würde nach einer Puppe verlangen, also begann er damit, Kinderpuppen zu sammeln, um sie auf der gesamten Insel aufzuhängen. Sie sollten den Geist des Mädchens davon abhalten, ihn heimzusuchen.
Das funktionierte scheinbar nicht, weswegen der Fischer damit begann, die Puppen zu verstümmeln, um dem Geist vielleicht damit Angst einzujagen.
Fünfzig Jahre nach dem Leichenfund starb auch der Fischer genau an der Stelle, an dem das Mädchen angeschwemmt wurde.
Seltsam, aber so steht es geschrieben ...

LINK: Island Of The Dolls

Meine Autorenmutmaßung dazu: Der Fischer trug vermutlich Schuld am Tod des Mädchens und wurde danach von Schuldgefühlen geplagt, die ihn psychisch krank machten. Erst als er starb, fand er seine Ruhe ...
Oder doch nicht? Vielleicht spukt er jetzt dort herum ... wer weiß, wer weiß ...
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North Brother Island - gutbehütetes Geheimnis New Yorks

Beitrag von A.C.Greeley am Mo 17 Okt 2016 - 18:47

Die Insel North Brother Island gehört zu den bestbehüteten Geheimnissen der Stadt New York.
Selbst auf Google Maps findet man sie nicht, sondern landet zuerst auf South Brother Island, die wesentlich kleinere Insel der beiden.

Zwischen der Bronx und Queens im strömungsreichen East River liegen die beiden Inseln North- und South Brother Island.
In historischen Zeiten war diese Meerenge, die den aufschlussreichen Namen Hell Gate (Höllentor) trägt, für seine außergewöhnlich schwierigen Bedingungen für die Schifffahrt bekannt. 
Hunderte Schiffe sanken in dem Gebiet. Auch heute noch gilt das Befahren dieses Gewässers als schwierig.

Die beiden Inseln wurden bereits im Jahre 1614 entdeckt.

South Brother Island gehörte viele Jahre einem Brauerei-Besitzer. Seit 2007 untersteht sie der städtischen Parkverwaltung von New York und bietet mit ihrer dichten Bewaldung eine Heimat für mehrere Reiher-Arten. Die Natur hat die Insel zurückerobert, es existiert kein einziges Gebäude mehr dort.

Ganz anders sieht die Geschichte von North Brother Island aus.
Seit über 50 Jahren ist diese Insel verlassen. Betreten darf sie keiner.
Gebäude, verwittert und größtenteils überwuchert sind die traurigen Reste einer tragischen Geschichte.


Generell liest sich die Geschichte von North Brother Island so unheilvoll, dass man meinen könnte, dieser Ort ziehe das Unglück regelrecht an.
Die New Yorker scheinen die Insel beinahe komplett aus ihren Gedanken ausgeklammert zu haben, obwohl sie nur etwa hundert Meter entfernt vom belebten Stadtteil Bronx liegt.
Bis 1885 war die Insel unbewohnt. Dann entstand dort das Riverside Hospital, ein Quarantäne-Krankenhaus.
Eine berühmte Patientin war Mary Mallon (Typhoid Mary). Sie war die erste Person in den Vereinigten Staaten, die als nicht erkrankter Träger von Typhus identifiziert wurde. Ein sogenannter Dauerausscheider.
1883 aus Irland eingewandert, arbeitete sie als Köchin im Gebiet von New York City. 53 Menschen steckte sie mit Typhus an. Drei von ihnen starben daran.
Siehe hier: Wiki-Mary Mallon

Im damals schon dicht besiedelten New York wüteten massenhaft ansteckende Krankheiten wie Lepra, Tuberkulose, Pocken, Typhus und Kinderlähmung, oftmals mit tödlichem Ausgang.
Der Standort im East River schien perfekt - nahe an der Stadt, dennoch durch das Wasser isoliert.
Nach mehreren Jahren war das Riverside Hospital überfüllt. Die hygienischen Zustände müssen grauenhaft gewesen sein. Zu wenig Personal, zu wenig medizinische Geräte ...
Eine gewaltige Typhus-Epidemie in den 1890er Jahren überschwemmte das Krankenhaus. Mehr als 1200 Patienten mussten außerhalb der Mauern in Zelten untergebracht werden.
In dieser ohnehin schwierigen Zeit kam es zu einer entsetzlichen Schiffskatastrophe.
Im Juni 1904 geriet der Raddampfer PS General Slocum bei der Fahrt über den East River in Brand und sank.
Über 1000 Menschen starben – hauptsächlich Frauen und Kinder. Die genaue Opferzahl lässt sich nicht ergründen, da viele Kinder unter einem Jahr an Bord waren, die damals keinen Fahrschein brauchten.
Viele ertranken in der starken Strömung oder wurden vom Schaufelrad des Schiffes zerquetscht.
Das völlig ausgebrannte Schiff strandete ausgerechnet auf North Island.
Das Riverside-Personal und die Patienten halfen bei der Rettung von Überlebenden. Von den vielen Passagieren überlebten nur 321 Menschen.
Kurz darauf (1907) kam besagte Mary Mallon zum ersten Mal auf die Quarantäne-Insel, wo sie drei Jahre blieb.

Als sie danach erneut Menschen mit Typhus infizierte, verwies die Gesundheitsbehörde sie für Lebzeiten auf North Brother Island, wo sie 1938 an einer Lungenentzündung starb. Wenig später schloss man das Riverside Hospital.

Damit ist die düstere Geschichte dieser Insel aber noch lange nicht zu Ende.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte man die Insel als Wohnprojekt für Kriegsveteranen.
Vermutlich waren das die friedlichsten sieben Jahre der Insel.

Nun kommen wir zu verschiedenen Überlieferungen.

Man berichtete (ab etwa 1952) von gellenden Schreien in den geschichtsträchtigen Mauern der ehemaligen Quarantäne-Anstalt. Diesmal waren es unglückliche drogensüchtige Menschen, die oftmals gegen ihren Willen auf die Insel zum Drogenentzug verbannt wurden. Angeblich sperrte man Heroin-Abhängige so lange ein, bis sie clean waren.

Das Projekt scheiterte – lag es an der Rückfälligkeitsquote? Lag es an Korruption der Angestellten? Eine genaue Erklärung gibt es dazu nicht.

1964 schloss die Klinik für immer ihre Pforten.
Mehr als 50 Jahre sind seitdem vergangen.

Jahre, in denen die Insel sich selbst überlassen wurde.
Zutritt ist strengstens verboten. Dennoch gelingt es immer wieder Leuten, die Insel zu erkunden. Die meisten davon klarerweise illegal. Eine Sondergenehmigung der Stadt ist schwer zu bekommen und wird äußerst ungern ausgestellt.
Wie viele andere Orte auf der Welt scheint auch diese Insel heimgesucht von verlorenen Seelen.
Die alten, roten Ziegelbauten verfallen langsam, Moos und Flechte überziehen die Ruinen, dennoch munkelt man von ‚Schreien gequälter Seelen, die dort keine Ruhe finden. Man erzählt von seltsam flackernden Lichtern und flüsternden, flehenden Stimmen. Es sind keine bestätigten Berichte – nur Dinge, die man sich unter vorgehaltener Hand erzählt, denn würde man öffentlich berichten, wird man womöglich als ‚unerlaubter Besucher‘ enttarnt.

Anmerkung: Inzwischen gibt es Gerüchte, die besagen, dass man die Insel für die Öffentlichkeit zugänglicher machen möchte. Natürlich erstmal nur zu Studienzwecken. Immerhin haben auch auf dieser Insel viele Vogelarten eine neue Heimat gefunden. Also bleibt abzuwarten, wie sich die Geschichte der Insel weiterentwickelt.



Die Autorin dieses Berichtes hat recherchiert und den Bericht zusammengestellt.
Dazu gehören Erzählungen, die sie von ihren Reisen mit nachhause gebracht hat, sowie Berichte aus diversen anderen Quellen.
Der Wahrheitsgehalt ist nicht gewährleistet, da ein beachtlicher Teil aus Erzählungen und mündlichen Berichten besteht ... aber die Geschichte handelt von einem weiteren verlorenen Ort auf der Welt. Ein Ort, der tatsächlich existiert. Und nur darum geht es!!!

Bekannte Quellen:  BBC.com
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Re: 03 Gruselzeit - Teil 1: Unheimliche Orte

Beitrag von Samy73 am Mi 19 Okt 2016 - 0:09

Hallo Greeley ...

Hm, hoffentlich pfusch ich da jetzt nirgends rein, weil die Serie hier sicher noch weitergehen wird, aber ich wollte jetzt unbedingt loswerden, dass ich die Serie ur interessant find und hoffe bald noch mehr davon zu kriegen.

Dabei fürcht ich mich normalerweise ur schnell bei solchen Sachen, was heißt normalerweise, ich hab auch jetzt schon total Gänsehaut, aber es ist halt auch irgendwie so ein genialer Kick. Besonders dann, wenn man eh schon so ein Angsthase is. Very Happy Twisted Evil Shocked Laughing

Gruß Samy (war wieder einmal hier)

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sehr spannend

Beitrag von Annis1 am Mi 19 Okt 2016 - 8:33

Ja, ich muss Samy73 zustimmen. Ich find das auch sehr interessant und unglaublich spannend. Ich mag sowas gerne. Hoffentlich gibts bald mehr.
Wäre für einen zusätzlichen Austauschthread. Dann wirds leichter mit den Rückmeldungen. Laughing

_________________
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Re: 03 Gruselzeit - Teil 1: Unheimliche Orte

Beitrag von A.C.Greeley am Mi 19 Okt 2016 - 8:59

Danke für die Rückmeldungen! Darüber freue ich mich sehr! Schön, euch beide wiedermal hier zu lesen  Very Happy
Diese gruseligen Orte fand ich schon immer sehr interessant. Besonders die vielen Geschichten und Legenden dahinter machen den Reiz aus.
Und dank Samy und Annis  merci  gibts jetzt einen Kommi-Thread. Dort kann sich jeder der möchte, zu den Themen in der Kolumne äußern. Einfach einen neuen Beitrag zum gewünschten Thema setzen, und los gehts!

Liebe Grüße,
A. C.


Zuletzt von A.C.Greeley am Do 20 Okt 2016 - 20:41 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Dead Man's Island - Vancouver/Kanada

Beitrag von A.C.Greeley am Do 20 Okt 2016 - 15:27

Skyline von Vancouver vom Stanley Park aus (Ebbe) - Deadman's Island, die winzige Insel davor:

Diese Insel liegt inmitten des drittgrößten Stadtparks Nordamerikas und damit auch der größte Park Kanadas – Der Stanley Park in Vancouver.
In diesem Park besitzen die ‚First Nations‘ (die indianischen Ureinwohner Kanadas) ein gewaltiges Maß an Mitspracherecht, wodurch der noch teilweise wildbelassene Stadtpark viele Naturreichtümer birgt, die in der Bürokratie und Ahnungslosigkeit der Weißen sonst längst vernichtet worden wären.
Durch den Stanley Park zieht sich ein 200 km langes Netz von Spazierwegen. Der größte Teil des Parks besteht aus einem Wald mit rund einer halben Million Bäume.


Untersuchungen in dem Park besagen, dass er bereits vor über 3000 Jahren bewohnt war.
Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Region zu eine der am dichtesten besiedelten Gebiete Nordamerikas.
Der erste Europäer, der diese Gegend erforschte, war der spanische Entdecker José Maria Navaez.
Mitte Juni 1792 wurde die Gegend von George Vancouver als zweiter Europäer erkundet. Zu dieser Zeit war der Park noch eine, von Indianern besiedelte Insel.
Erst viele Jahrzehnte später kehrten die Briten zurück (Krimkrieg).
Sie schlossen ein Bündnis mit den Sqamish. Im Falle eines Angriffs würden diese das Nordufer des Burrard Inlet verteidigen und die Briten das Südufer.
Der erwartete Angriff der Russen blieb aber aus und so wurde die Halbinsel in den frühen 1860ern zu einem militärischen Sperrgebiet erklärt. Die Halbinsel wäre auch strategisch günstig gelegen, falls US-amerikanische Truppen versucht hätten, die damalige Provinzhauptstadt New Westminster vom Burrard Inlet her anzugreifen.

Wenn man an den Stanley Park denkt, denkt man unwillkürlich an sonnige Spaziergänge über hübsche, saubere Parkwege. An schönen Rad- und Wandertouren entlang der Seawall, oder an einen Besuch im Aquarium, doch niemals denkt man an die düstere, geheimnisumwitterte dazugehörige Insel ‚Dead Man’s Island.
Die Insel gilt Berichten zufolge als eine der meist heimgesuchtesten Inseln in Nord Amerika.
Obwohl für die Öffentlichkeit geschlossen, hat sie eine Menge unheimliche Geschichten zu erzählen.
Jahrhundertealte Erzählungen von Geistererscheinungen bringen noch heute die Menschen dort zum Erschaudern.
Die Liste seltsamer Lichterscheinungen und vieler merkwürdiger Phänomene wächst auch heute beständig weiter ...

Deadman’s Island (Insel des toten Mannes) liegt südwestlich des Parks in der überschaubaren Bucht Coal Harbour.
Die Squamish nannten sie ‚die Insel der toten Männer‘, weil sich auf ihr eine indianische Begräbnisstätte befindet. Ein heiliger Ort also.

Prägend, das rote Hauptgebäude 'Building No 1' auf der Insel mit der Skyline von Vancouver dahinter.


Bis 1887 wurde die Insel sogar von europäischen Siedlern als Friedhof genutzt.
Auch gibt es die Legende von einer Schlacht, die vor langer Zeit dort stattgefunden haben soll.

Mohawkpoet und Schriftsteller E. Pauline Johnson gibt die Geschichte so weiter, wie sie ihm sein Freund Chief Joe Capilano erzählte:
Nord- und Südclan kämpften um Land auf der Insel. Der Südclan entführte 200 Frauen, Kinder und Alte vom Nordclan und hielt sie gefangen.
Als 200 junge Krieger des Nordclans sich als Austausch anboten, um die Gefangenen zu befreien, wurden sie alle an Ort und Stelle hingerichtet.
Johnson gab wortwörtlich weiter, was Chief Joe Capilano danach berichtete:
In den frühen Morgenstunden suchte der Südclan den Ort ihrer Massenhinrichtung auf. Anstelle der erwarteten Toten war der Ort übersät, mit flammenden Feuerblumen.
Vom nackten Grauen erfasst, verließen sie fluchtartig die Insel.
Johnsons Worte über diese seltsamen Blumen klingen folgendermaßen:
In den Tiefen des Unterholzes der Insel der toten Männer erblühen die Blumen der lodernden Schönheit, in deren Blüten das Blut der tapferen Männer pulsiert.
Eine Geschichte von vielen ...

Leider blieb auch diese Insel von Seuchen nicht verschont. Ein Großteil der ansässigen Urbevölkerung kam dadurch ums Leben.
Von 1888 bis 1892 brach in der Gegend eine Pockenepidemie aus.
Dadurch wurde Deadman’s Island , wie so viele andere, zu einer ‚Quarantäneinsel‘.
Um die Seuche einzudämmen, wurden Menschen auf die Insel verfrachtet. Wenn sie sich erholten, durften sie wieder nachhause. Diejenigen, denen es nicht besser ging, durften die Insel nicht wieder verlassen.

1899 bis 1930
, also Jahre nach der Quarantäne, gab es einen gewaltigen Streit zwischen einem reichen Holz-Industriellen und den Bewohnern.
Das Federal Government hatte die Insel an den Industriellen Theodore Ludgate, der dort ein Sägewerk bauen wollte, vermietet. Lokale Autoritäten und Bewohner waren darüber sehr empört.
Ihnen war klar, dass Deadman’s Island ein Teil des Stanley Parks war – und damit nicht für Abholzung zu haben. Das ließ allerdings Ludgate völlig kalt. Ohne Rücksicht auf Verluste, entschloss er sich dazu, zu tun, was er wollte.
Am 24. April 1899 kam Ludgate mit 30 Männern auf die Insel, um sie für den Holzabbau zu erschließen, doch der Bürgermeister James Garden war ihnen einen Schritt voraus.
Er hatte fast die gesamte Polizei auf die Insel gebracht. Als Ludgate schließlich versuchte, einen Baum zu fällen, wurden er und seine Männer verhaftet.

1909 kam es zu einem gruseligen Vorfall, der auch zu Papier gebracht wurde:
Die Polizei besetzte die Insel, um die Holzfäller in Schach zu halten.
Sie behaupteten steif und fest, Knochenrasseln und das Gekreische von Skeletten zu hören, sobald einer der illegalen Holzfäller versuchte, sich den Bäumen zu nähern.
Womöglich waren es Menschen, die diese Geräusche erzeugten, vielleicht waren es aber tatsächlich Poltergeister, die die Insel vor den Holzfällern schützten. Jedenfalls schlug der Polizeipräsident vor, die Männer sollten Fackeln tragen, damit sie mutiger wurden und die Geister dafür weniger aktiv.

Tatsache ist:
Die Insel beherbergt viel zu viele Tote!
First Nation-Leute, britische Seeleute, frühe Siedler, Bauleute des Pazific Railway die bei den Arbeiten dort zu Tode kamen, Prostituierte, die dort ihrem Gewerbe nachgingen, Opfer des großen Vancouver-Feuers 1886, Pockentote und wohl auch unbekannte Haus-Besitzer, die mehrere Jahre dort gelebt haben.

Seit die Insel 1942 zu einer HMCS Discovery Naval Station wurde, melden Marine-Reservisten die meisten übernatürlichen Vorkommnisse.
Es gibt Berichte von glühenden Lichtern zwischen den Bäumen, die bei näherer Betrachtung menschliche Gestalt annehmen, Schritte im Gebäude der Naval Station, die keinen menschlichen Ursprung haben, Möbel und Gegenstände werden verschoben, obwohl kein Mensch es getan haben kann und manchmal hört man das Schluchzen einer Frau, obwohl keine anwesend ist.
Die meisten übernatürlichen Ereignisse geschehen im und um dem sogenannten Gebäude No 1 (Building No 1).
Sowohl drinnen, wie auch in unmittelbarer Nähe dazu.
Weitere unheimliche Geschehnisse drehen sich um ein Lager-Gebäude, das unter dem zweiten Weltkrieg als Gefängnis diente. Nachdem ein junger Arbeiter wegen Diebstahl eingesperrt wurde, erhängte er sich. Seitdem spukt es dort gewaltig.

Eine berühmte Geschichte handelt von der leitenden Navy-Angestellten Anne Marie Hamilton.
Normalerweise übernachtet niemand auf der Insel. Am Abend wird die Anlage abgeriegelt und die Naval-Station-Angestellten gehen nachhause. Nur ein Wachmann bleibt da, um den Zugang zu der Insel im Auge zu behalten.
Anne Marie Hamilton beantragte eines Tages eine Sondererlaubnis, um dort über Nacht zu bleiben, damit sie dringende Arbeiten fertigstellen konnte. Sie kam im berüchtigten Building No 1 unter.
Mitten in der Nacht wurde sie durch die gedämpfte Unterhaltung zweier Männer wach, die augenscheinlich durch das äußere Treppenhaus in den zweiten Stock hinaufgingen. Da sie sich direkt über Anne Marie befanden, hörte sie etwa 30 min. lang deutlich, wie Türen auf und zu gingen und Möbel verschoben wurden. Danach wurde wieder alles ruhig.
Sie fand es zwar ein wenig seltsam, dass sich noch weitere Leute über Nacht hier befanden, doch dachte, sie wären genau wie sie einfach auf der Insel geblieben, weil sie dringende Geschäfte abgeschlossen hatten.
Erst am nächsten Tag merkte sie, das etwas nicht stimmte.
Als sie den Torwächter fragte, welche Personen noch auf der Insel über Nacht geblieben waren, schaute er sie verständnislos an und erklärte ihr, dass sie die einzige Person hier gewesen sei und kein Mensch mehr nach Dienstschluss durch den Eingang die Insel betreten hatte.
Auch nach dieser Information dachte sie zuerst mal nicht an Geisteraktivitäten.
Das nächtliche Erlebnis war für sie sicher entnervend gewesen, doch sie sagte später dazu:
»Diese nächtlichen Störungen, haben mich nicht verängstigt. Sie verursachten keine unangenehmen oder gruseligen Gefühle. Erst der Fakt, als der Torwächter sagte, dass niemand außer mir hier gewesen sei, ließ mich ein wenig erschaudern. In etwa so: Was meinen Sie mit: niemand außer mir war hier????«

Eine weitere Geschichte erzählte der leitende Seemann C. Grahn, der 1991 unterm Golfkrieg auf der Basis als Sicherheitskraft stationiert war, um sie vor möglichen Vandalismus durch Anti-Kriegs-Aktivisten zu schützen.
Eines Nachts während er sich im Waschraum befand, hörte er die Doppeltüren zwischen dem Hauptgebäude und der Exerzierhalle (Übungshalle der Soldaten) zuknallen.
Sofort war er in Alarmbereitschaft, da er wusste, er sollte alleine hier sein.
Zuerst dachte er an den Basis-Kommissionär, der sich im vorderen Gebäudeteil befand, doch als er diesen aufsuchte, war er sehr überrascht und versicherte Grahn, er wäre die ganze Zeit am gleichen Platz gewesen.
Sicherheitshalber lief Grahn zurück zu der Exerzierhalle, um nachzusehen, ob nicht doch noch jemand anderer dort war, vielleicht doch ein Aktivist, der auf der Basisstation eingebrochen war, doch er fand zu seiner Überraschung die Halle fest verschlossen vor.

Später meinte er dazu:
»Ich stehe dieser Sache skeptisch gegenüber, doch wenn du mit dir allein bist, gerätst du in eine echte Glaubenskrise - das Nächste, was du wahrnimmst, ist, wie du aus dem Gebäude flüchtest.«

Ein Jahr später war der nächste führende Seemann Jason Eldridge stationiert. Als er im Büro war, hörte er auf einmal schnelle, schwere Schritte durch das Treppenhaus poltern. Das kam ihm befremdlich vor, da er ja alleine dort war, also warf er einen Blick zum Fenster hinaus zum Treppenhaus hinüber. Er bemerkte, dass alle Lichter dort aus waren, was normal war, umso seltsamer dass er dort Schritte gehört hatte. Sofort kontaktierte er den Wachmann am vorderen Tor, der ihm versicherte, es hätte niemand die Insel betreten. Noch während des Anrufes hörte Eldridge wie genau über ihm Möbel verschoben wurden. Also kontrollierte er das Treppenhaus. Sofort hörten die Töne auf. Ungeachtet dessen beschloss der mutige Mann in den ersten Stock hinaufzugehen, um auch dort nach dem rechten zu sehen.
Alles lag im Dunkeln, also drehte er das Licht auf, nur um festzustellen, dass alles in Ordnung war. Sicherheitshalber lief er auch in den letzten Stock hoch, wo er sich erneut davon überzeugen konnte, dass auch dort niemand war.
Bereits am Ausflippen beschloss er Feierabend zu machen, und flüchtete nachhause.
Bis heute hat er keine Erklärung für diese Geschehnisse.

Zwei Jahre später - 1994 frühmorgens
befand sich Petty Officer Rob Low im Speisesaal, als er auf einmal mehrere Stimmen und schwere Schritte unter sich hörte. Da er wusste, dass Reservisten sich immer wieder auf der Basis befanden, dachte er sich nichts weiter dabei. Erst als der Lärm immer unerträglicher wurde, entschloss er sich dazu, hinunterzugehen und sie zu ermahnen, leiser zu sein.
Als er unten war, fand er zu seinem Erstaunen das gesamte Gebiet vollkommen verlassen vor.
Verwirrt ging er wieder nach oben, da begann der Krawall von vorne.
Hastig ohne viel Zeit zu verschwenden, eilte er erneut hinunter, um endlich die Lärmmacher auf frischer Tat zu ertappen, doch wieder fand er das gesamte Areal verlassen vor. Er floh zwar nicht, doch musste an die anderen Geschichten denken, die sich um die Insel ranken.

Sein Kommentar dazu:
»Es ist nach wie vor ein Rätsel, wer all diesen Lärm verursachte, oder wohin die Übeltäter verschwunden sind, denn da unten gibt es nichts außer den Flur und einen Getränkeautomaten.«

All diese Geschichten (und es ist nur ein Teil davon) klingen jedenfalls sehr seltsam, unabhängig davon, ob Geiser daran schuld sind oder nicht.
Leider ist die Besucherzahl auf der Insel begrenzt und unterliegt strengen Auflagen, weswegen Außenstehende wohl der Sache nicht näher auf den Grund gehen können.
Die einzigen Menschen mit Zugang zu der Insel sind diejenigen, die auf dieser Basis arbeiten und der einzige Zugang führt über einen kleinen Damm zu einem streng bewachten Eingang. Diejenigen, die versuchen würden, sich auf der Insel einzuschleichen, oder mit einem Boot ranzufahren, werden garantiert entdeckt und vermutlich auch verhaftet. Muss ich auch nicht haben, obwohl der Gedanke mir bei dem Besuch in Vancouver ein- zweimal gekommen ist.
Es scheint, als ob die seltsamen Informationen sogenannter Geisteraktivitäten auf der Insel nur vom Personal auf der Basis stammen, die es scheinbar als gegeben hinnehmen.
Nun die große Frage: wird Deadman’s Island tatsächlich von Geistern heimgesucht?
Alle klassischen Anzeichen dafür sind jedenfalls vorhanden.

Seltsam, aber so steht es geschrieben ...
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Re: 03 Gruselzeit - Teil 1: Unheimliche Orte

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