Anker in der Wirklichkeit

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031016

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Anker in der Wirklichkeit




Hallo liebe Freude des Schreibens,

kennt ihr das auch: Ihr schreibt an einer Geschichte, womöglich einer, in die ihr auch viel eurer Seele fließen lasst - und ihr bemerkt, euch will die Szene, die ihr da erschafft, gar nicht mehr loslassen?

Ganz davon abgesehen, dass sich tatsächlich ganz viele hochspannende Fragen darüber stellen lassen, in wie weit wir tatsächlich Urheber unserer eigenen Wirklichkeit sind, und ob es DIE Realität überhaupt gibt (in diese Fragen möchte ich hier gar nicht einsteigen), also abgesehen davon wissen wir ja alle wohl, was wir meinen, wenn wir von "Wirklichkeit" sprechen: nämlich eben die normalerweise unhinterfragte Seiensgewissheit, in die wir mit unseren Mitlebewesen eingebettet sind.

Ebendiese Wirklichkeit aber geht zumindest mir beim Schreiben manchmal ein wenig "verloren", so dass es teils einigen Aufwandes bedarf, um wieder "hinein", oder aus meinen Geschichtenwelten "heraus" zu kommen und mich wieder in "der Wirklichkeit" zu verankern.

Kennt ihr das auch? Wenn ja, was hilft euch dabei, wieder zu "landen"? :-)

Alles Liebe!
Uta
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Amiedchien
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Anker in der Wirklichkeit :: Kommentare

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Beitrag am Mo 3 Okt 2016 - 20:37 von Evelucas

Oh, Wow!
Was für eine Frage.
Aber doch ja, ich kenne das sogar ausgesprochen gut. Ich verliere mich manchmal regelrecht in meinen eigenen Geschichten, doch noch viel mehr, in meinen Romanen. 
Ausserdem bin ich an sich, schon nicht unbedingt der große "Realist", mir aber immerzu darüber im Klaren, das meine "Wahrnehmung von der Realität" oftmals auch nur für mich "realistisch" ist.

Hm, wie komme ich da nun also wieder raus.
Nun denn, da ich mich innerhalb meiner Texte nur allzu gern in einer Welt verliere, die natürlich aus meiner Sicht eine entweder viel Bessere oder viel Schlechtere ist, katapultiere ich mich, je nach Thema, womit ich mich gerade beschäftigt habe, oftmals auch ganz bewusst, in eine genau gegenteilige, wenngleich ebenfalls "illusorische" andere Welt. 

Dann übe ich mich darin, aus diesen beiden Welten, einen mir halbwegs logisch erscheinenden "goldenen Mittelweg" zu ermitteln, und dabei wiederum hilft mir noch, "etwas ganz klar, sehr realistisches zu essen". (knackiges Gemüse, Eis, Jogurt, ein Müsli oder manchmal halt auch schlicht "etwas Schokolade" *gggg*).

Meistens lande ich dann recht schnell wieder am Boden meiner, zumindest mir als "Realität" bekannten Welt.

Ganz liebe Grüße,
Evelucas

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Beitrag am Di 11 Okt 2016 - 17:14 von Drita1

Essen, Evelucas? Smile Im Ernst? Very Happy  
Nicht schlecht. Weltlich ist das alle mal.

Bei mir wirkt eine ordentlich warme Dusche aber mehr Wunder. Da lass ich mich schön berieseln, gönne mir noch letzte Überlegungen zu einzelnen Szenen in einer Geschichte und male mir aus, welche Art von Gerechtigkeit, Gesellschaft und Umfeld ich speziell für diesee Geschichte bevorzugen würde.

Ab dem einseifen konzentriere ich mich dann nur noch auf die  Seife oder die Portion "Duschgel" in meiner Hand, sowie auf mein Irdischsein-Spüren mit allem was dazugehört. Haut, Haare, das eine oder andere übliche Wehwehchen oder manchmal auch auf meine blauen Flecken, wenn ich wieder mal zu wild mit meiner Nichte spielte. Very Happy 

Das ist wie so ein Erdungsritual für mich, vor allem der Schluss. Im Sommer lass ich da nämlich noch so einen Schwall echt kaltes Wasser über mich ergehen, im Winter dann richtig heißes. Spätestens beim Abrubbeln bin ich wieder ganz die Alte.
Danach erst gönne ich mir manchmal auch noch etwas zu Essen. Das kommt jedoch ganz auf die Tageszeit an.  rabbit

Aber Uta, wie hast es du denn für dich selbst bisher in den Griff bekommen? 
Hast du denn schon mal bewusster versucht, dich da wieder herauszuholen?
Oder schon immer einfach nur gewartet, bis du von selber wieder da herauskamst?
Das würde mich jetzt mal interessieren? pirat sunny

Lieben Gruß

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Beitrag am Di 11 Okt 2016 - 21:33 von Amiedchien

Hallo ihr beiden,

lieben Dank für die Einblicke in eure Wirklichkeiten und die Wege, in ihnen zu bleiben oder sie wiederzufinden. Smile

Tatsächlich funktionieren bei mir auch am ehesten Tätigkeiten, die meine Aufmerksamkeit wieder auf die Körperlichkeit des Seins zurückholen. Duschen, ja, ist wunderbar, noch besser funktioniert Schwimmen in eiskaltem Wasser. Very Happy
 
Aber es hängt ganz von meiner emotionalen Involviertheit in das, was ich schreibe, ab, ob es gelingt, das loszulassen. Ich habe bisher keine anderen Welten erfunden, sondern bewege mich häufig eher in Facetten meines Erlebens (synästhetisch, spirituell, emotional), die immer auch ganz viel mit mir zu tun haben, auch, wenn ich in den seltensten Fällen tatsächlich als Protagonistin teilnehme. Deshalb ist es auch nicht wirklich möglich, Abstand davon zu nehmen, sondern eher muss ich es wieder in mein Alltags-Ich integrieren.

Oft hilft es, wenn ich mich meinem Hund zuwende, dessen Liebe und Ausgelassenheit sehr erdend wirken. Nach einem gemeinsamen Spaziergang bin ich dann meist wieder "da".

Dann bin ich auf weitere Erfahrungen gspannt. Smile

Alles Liebe
Uta

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