02 Die Laura Ingalls- Wilder -Saga

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050715

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02 Die Laura Ingalls- Wilder -Saga




Die Familie Ingalls war eine Pionier-Familie, deren Leben derart Berühmtheit erlangte, dass sie in der heutigen Zeit nach wie vor ein Begriff ist.

Am Geläufigsten ist uns wohl die Serie - Unsere Kleine Farm mit Michael Landon als Papa Charles Ingalls und Melissa Gilbert als Laura in den Hauptrollen.

Was viele nicht wissen: Michael Landon hatte von Anfang an viel Mitspracherecht, hat viel recherchiert, Tagebücher gewälzt, und sowohl Wahrheit wie auch Fiktion zu einer fernsehtauglichen Familienserie zusammengemixt.

50 Folgen der Serie hat er selbst geschrieben, bei 89 Folgen, sowie beim Pilotfilm hat er Regie geführt. 17 Folgen entstanden unter der Regie von Victor French, den wir als brummigen, besten Freund Isaiah Edwards kennenlernten. Damit linderte er Landons Stress ein bisschen, der alle Hände voll damit zu tun hatte, die anderen Regieführenden zu instruieren.
Gleich vorweg - sie haben es gut gemacht, auch wenn ein bisschen was abgemildert und umgestaltet wurde.
Die Film- und Fernsehwelt ist kompliziert, äußerst schwierig und oftmals eine Gratwanderung.
Laura Ingalls Wilder erging es ähnlich, als sie in den dreißigern des vorigen Jahrhunderts damit begann, ihre Familiennovellen zu schreiben. Auch sie musste Änderungen vornehmen, damit sie ihre Geschichte erzählen konnte.

Ich möchte mich hier in mehreren Teilen ein bisschen mit der Wahrheit dieser Pionier-Familie auseinandersetzen.
Persönliche Ansichten, sowie meine vielen Recherchen zu dieser Familie werden hier zusammengefasst. Auch werde ich im Laufe meiner Berichte die einzelnen Familienmitglieder, sowie Freunde und andere 'uns bekannte' Charaktere aus der Ingalls-Welt vorstellen.

Viel Spaß!

A. C. Greeley


Zuletzt von A.C.Greeley am So 16 Okt 2016 - 13:18 bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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02 Die Laura Ingalls- Wilder -Saga :: Kommentare

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Beitrag am So 5 Jul 2015 - 15:26 von A.C.Greeley

Laura Ingalls Wilder 07.02.1867 - 10.02.1957

Laura Ingalls Wilder war eine amerikanische Autorin.
Ihre  wohl berühmtesten Werke:
‚Little House on the Prairie-Books of childrens novels‘
basierend auf ihrer Kindheit in der Pionier-Familie.

Sie entstanden zwischen 1932 und 1943 und erlangten weltweite Anerkennung.
Ihre Tochter Rose Wilder Lane ermutigte sie dazu, sie für die Öffentlichkeit zu schreiben, und half ihr beim Bearbeiten und Publizieren.

Ich besitze alle Bücher der Serie und finde sie nach wie vor faszinierend, wenn auch die negativen Aspekte aus dieser Zeit ein wenig abgemildert wurden, da die Novellen sonst kaum veröffentlicht hätten werden dürfen.
Zu der Zeit war es völlig normal, dass man Kinder züchtigte. Die Zeiten waren schwierig, die Natur unbeirrbar hart – der geringste Fehler konnte in einer Katastrophe enden. Das Wetter konnte entweder hilfreich oder vernichtend sein, und die Familien mussten zusammenhalten, da sie sonst nicht überlebt hätten. Daraus resultierend waren auch die Strafen für die Kinder oftmals hart. Heutzutage würde man von Kindesmisshandlung sprechen, damals galt es als notwendig.
Da ich damals nicht gelebt habe, würde ich mir niemals anmaßen, zu urteilen – denn wie heißt es so schön:

Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen,
ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.
(Indianerweisheit)


Ich beschäftige mich seit meinem 11. Lebensjahr mit der Ingalls-Familie, und habe auch einige der Orte besucht, wo sie unter anderem gelebt haben. Meine Erfahrungen und Recherchen bisher sagen aus, dass die Familie hauptsächlich ehrlich und liebevoll miteinander umging. Auch wenn es zwischendurch Strafen gab, die wir heute als arg empfinden würden, war deren Familienzusammenhalt beispiellos.
Dennoch ein Beispiel aus dem ersten Buch -- Little House in the Big Woods:

Es herrschte, wie unter Geschwistern üblich, ein bisschen Neid zwischen Mary und Laura.
Laura fand es ungerecht, dass Mary so schöne blonde Locken hatte, während sie 'nur' dunklebraune langweilige Haare hatte.
Eines Tages bekamen sie Besuch von ihrer Tante Lotty, eine hübsche Frau, die die Kinder sehr gerne hatte.
Mary fragte artig, wie sie es gelernt hatte, welche Haare Lotty denn lieber hätte - blonde oder braune.
Während Laura auf die Antwort wartete, fühlte sie sich sehr klein und sehr hässlich, denn sie nahm von vorne herein an, dass Tante Lotty jetzt sagen würde, blonde Haare seien viel, viel schöner.
Doch Tante Lotty tat nichts dergleichen.
"Ich mag beide Farben gleich gerne", antwortete sie milde lächelnd, während sie Lauras und Marys Hand in ihre nahm, und zur Tür hintanzte, wo Ma wartete.
Die Sonne schien, der Tisch war hübsch mit einer roten Tischdecke dekoriert und der Herd war blitzblank geputzt. Die Tür zur Speisekammer stand weit offen, und Laura konnte all die guten Sachen riechen, die sich darin befanden. Alles war so gemütlich und friedlich. Laura benahm sich brav und fühlte sich wohl. Keiner hätte sich vorstellen können, wie schlimm sie noch am selben Abend sein würde.
Tante Lotty war wieder fort. Mary und Laura waren müde und grantig. Sie wurden rausgeschickt, um Späne und Zweige reinzuholen, mit dem sie am Morgen das Feuer entzünden würden.
Sie hassten es,  Späne und Zweige zu sammeln, aber sie mussten es jeden Abend tun. Das gehörte zu ihren Arbeiten. An diesem Abend hassten sie es ganz besonders.
Laura riss die größten Holzstücke an sich und Mary sagte nur.
"Mir doch egal! Tante Lotty mag jedenfalls meine Haare lieber. Blonde Haare sind viel schöner als braune."
Lauras Kehle schnürte sich zusammen. Sie brachte kein Wort heraus. Sie wusste ja, das blonde Haare viel schöner waren, als braune. Aber statt etwas zu sagen, hob sie rasch die Hand an und schlug Mary ins Gesicht.
"Komm hierher, Laura", hörte sie ihren Pa sagen.
Langsam, mit schleppenden Schritten näherte sie sich ihm. Er saß hinter der Tür und hatte alles gesehen.
"Du erinnerst dich wohl daran, dass ich gesagt habe, ihr dürft euch niemals gegenseitig schlagen."
"Ja, aber Mary hat gesagt, dass ..."
"Es ist völlig egal, was Mary gesagt hat", unterbrach Pa sie.
"Es zählt nur, was ich euch gesagt habe."
Dann nahm er den Lederriemen von der Wand und gab Laura ein paar Schläge damit.
Nachher saß Laura auf einem Sessel in einer Ecke und schluchzte vor sich hin. Es war ungerecht, fand sie. Das einzige dass sie ein bisschen tröstete, war, dass Mary nun alleine den Holzkorb anfüllen musste.
Endlich, viel später als es bereits dunkel wurde, rief Pa Laura erneut zu sich.
Seine Stimme war diesmal freundlich.
Er hob sie auf seinen Schoß und drückte sie dicht an sich. Sie lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter, so dass sein langer, dunkler Bart ihre Augen bedeckte, und alles war wieder gut.
Sie erzählte Pa alles was passiert war.
"Aber Pa. Du magst blonde Haare nicht so gerne, wie braune, oder?"
Pas blaue Augen funkelten und er zwinkerte ihr zu.
"Ich hab ja selbst braune Haare, Laura." Daran hatte sie nicht gedacht. Er hatte einen braunen Bart und braune Haare, und immer hatte es ihr gefallen.
Dennoch war sie froh und glücklich darüber, dass Mary ganz alleine alle Zweige und Späne sammeln hatte müssen.

Übersetzt und ein bisschen abgewandelt von A. C. Greeley aus der dänischen Ausgabe der Laura Ingalls Novelle: Det lille Hus i den store Skov.

Laura wurde als zweites Kind der Familie in der Nähe des Pepin-Sees, in ‚den großen Wäldern‘ von Wisconsin geboren.
Ihre Eltern waren Charles Phillip Ingalls und Caroline Lake Quiner Ingalls.

Insgesamt hatte sie vier Geschwister:

Mary Amelia, die Älteste der Ingalls-Nachkommen, wurde am 10. Jänner, 1865 in der Nähe der Ortschaft ‚Pepin‘ in Wisconsin geboren.

Carrie (Caroline Celestia) kam am 3. August, 1870 in Montgomery County, Kansas zu Welt.

Charles Frederick wurde am 1. November, 1875 in der, uns auch aus der Fernsehserie bekannten Ortschaft Walnut Grove geboren und starb neun Monate später an einer unbekannten Krankheit.

Grace Pearl, die Jüngste des Ingalls-Clans kam am 23. Mai, 1877 in Burr Oak, Iowa zur Welt.

Laura war ein Nachkomme der Familie Delano, deren Ursprung bis zu der Mayflower zurückreicht. Damit ist sie verwandt mit dem 32. Präsidenten der USA: Franklin Delano Roosevelt.

Sie war noch keine zwei Jahre alt, als sie 1869 mit ihrer Familie die großen Wälder in Wisconsin verließ.
Als Carrie 1870 geboren wurde, besiedelten sie in Kansas im ‚Indian County‘ erstmals Land, dass angeblich bereits für Siedler freigegeben war. Allerdings stellte sich das als eine verheerende Falschmeldung heraus, denn sie befanden sich auf verbotenem Land, dass den Osage-Indianern gehörte.
Die Ingalls, sowie andere Siedler hatten bereits begonnen, es zu bebauen, als sie von dem Irrtum erfuhren. Als Charles Ingalls davon erfuhr, zog er sofort 1871 weiter, während andere Siedler blieben, um gegen die ‚Zwangsräumung‘ zu kämpfen, was ins Auge ging.
Viele der Zurückgebliebenen wurden von den Osage getötet.
In ihrer Not kehrten die Ingalls für vier Jahre wieder zurück nach Wisconsin.
Hier beginnen Lauras Erzählungen, und ab diesem Moment vermischt sich Fiktionales mit Wahrheit.


In Wahrheit war Laura zwischen ein und drei Jahre alt, als sie in Kansas lebte, und vier bis sieben Jahre, als sie nach Wisconsin zurückkehrte.

In ihren Novellen war sie bei ihrer Rückkehr nach Wisconsin vier bis fünf Jahre alt (Band 1 – die großen Wälder), und sechs und sieben, als sie in Kansas lebten (Band 2 - Die Prärie).

Laut einem Brief von Rose Wilder, (Lauras Tochter) an den Biographen William Anderson, musste sie auf ‚Anraten‘ des Verlegers das Alter in der Prärie ändern.
Es erschien dem Verleger unrealistisch, dass eine dreijährige solch intensive und spezifische Erinnerungen an Kansas haben könnte --Totaler Schwachsinn! Mein Sohn und selbst ich erinnern uns an Details aus diesem Alter.

Um mit ihrer bereits etablierten Chronologie übereinzustimmen, machte sie sich älter.

So ist sie laut den Novellen sechs bis sieben Jahre alt, als sie in der Prärie siedeln (Band 2 – The Little House On The Prairie). Und sieben bis neun, als sie an dem Fluss, dem Plum Creek leben. (Band 3 – On The Banks Of Plum Creek). Der dritte Teil ihrer fiktionalisierten Geschichte findet ungefähr um das Jahr 1874 herum statt.

‚On The Banks Of Plum Creek‘ zeigt ihren Umzug von Kansas zu einem Gebiet in der Nähe von Walnut Crove in Minnesota. Den Plum Creek gibt es nach wie vor, doch er ist nun mehr ein kleiner Bach.



Das Haus, indem die Familie gelebt hat, sah so ähnlich aus wie in Herr der Ringe die Grashäuser (man nennt sie auch ‚Dugout), das Original existiert nicht mehr, aber es gibt ein Gleiches:




Sie siedelten dort, als Laura sieben Jahre alt war.

Fortsetzung folgt -

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